Buddhistische Tempelanlagen rund um den Baikalsee

Dieses Thema enthält 7 Antworten und 2 Stimmen. Es wurde zuletzt aktualisiert von michil82 08.06.2010 4:50.

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    baikalist
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    Kloster von Iwolginsk

    Das Kloster von Iwolginsk ist ein historisches Denkmal von mehr als nur lokaler Bedeutung, das seit 1996 unter Denkmalschutz steht. Die Tempelanlage nimmt insgesamt eine Flaeche von drei Hektaren ein und befindet sich ca. 40 km weit von der Stadt Ulan-Ude entfernt.

    In den 1930er Jahren wurden unter sowjetischer Fuehrung alle grossen buddhistischen Zentren in Transbaikalien (Gebiet oestlich des Baikalsees) zerstoert. Erst die Bemuehungen der Lamas, die 1945 aus der Verbannung und den Arbeits- und Konzentrationslagern zurueckkehrten, ermoeglichten im Dezember 1945 den Bau eines kleinen Tempels «Chambinskoe Sume» in der Siedlung Obere Iwolga. Von dieser Zeit an galt das Kloster von Iwolginsk als das Zentrum des Buddhismus in der Republik Burjatien. Der volle Name des Klosters lautet «Tuges Bajasgalantai Ulsi nomoi Churdin Chiid» – «das Kloster – das Rad des Lehrers, das Glueck bringt und von Freude erfuellt ist». Heute befindet sich in Iwolginsk ein grosser Klosterkomplex sowie die Residenz des Oberhaupts aller Buddhisten Russlands – Pandito Chambo Lama. Die Klosteranlage umfasst verschiedene Dugan und Sume (Tempel); Zogtschen-Dugan, Tschoira-Dugan, Sachjuusan-Sume, Maidarin-Sume, Dewashin-Sume, sowie das Haus des Chambo Lamas, ein Museum, ein Hotel, Wohnhaeuser der Geistlichen, Suburgany (Stupas) und zahlreiche Churde (Gebetsmuehlen). Der Haupttempel – Zogtschen-Dugan – wurde nach dem Prinzip der “Mandala” erbaut. Mandala ist eine alte-religioeses Symbol, das aus Indien stammt. 12 Loewen aus Stein bewachen das Gebaeude. Im Altar vom Zogtschen-Dugan befindet sich der Pantheon der Tausend Buddhas und eine riesige Skulptur des Buddha Schakjamuni, sowie auch die Skulptur der Goettin Lchamo, die Schutzpatronin des Klosters. Auf dem Klostergelaende befinden sich fuenf Stupas. Jede von ihnen hat ihre architeknonischen Besonderheiten. Eine Stupa ist dem Gruender des buddhistischen Klosters in Sankt-Petersburg Agwan Dorshiew gewidmet, eine andere ist der Taetigkeit des Buddha Schakjamuni geweiht, und drei symbolisieren verschiedene Aspekte der Buddha-Lehre. Eine davon ist allen Lamas gewidmet, die in Diensten des Klosters standen. Das Kloster von Iwolginsk pratiziert schon seit langem die regelmaessige Durchfuehrung ausgepraegter Gottesdienste (grosse Churale und taegliche Gottesdienste).

    Neben verschiedenen Ritualen, schliesst die Taetigkeit des Klosters auch Behandlungen mit Heilmitteln und Heilpraktiken der tibetischen Medizin mit ein. Diese verfuegt ueber eine jahrhundertelange Erfahrung in der Verwendung natuerlicher Heilmittel.

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  • #15634

    baikalist
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    Das buddhistische Kloster Chambin-Chure in Ulan-Ude (die Hauptstadt der Republik Burjatien) ist die Residenz des Pandito Chambo Lama – des Oberhaupts aller Buddhisten Russlands.

    Die Tempelanlage befindet sich in der Vorstadt von Ulan-Ude – „Verchnjaja Beresowka“ und wurde 1994 vom Pandito Chambo Lama Damba Ajuscheew gegruendet.

    Der Klosterkomplex besteht aus mehreren Tempeln, Stupas, Dienstgebaeuden und Nebenraeumen. Der erste Tempel ist der Gottheit Kalatschakra gewidmet. Das Wort „Kalatschakra“ stammt aus dem Sanskritischen und bedeutet soviel wie das Rad der Zeit. In der tibetischen Sprache wird es als «duinchor» und in der burjatischen Sprache als «sagai hurde» bezeichnet.

    Im Kalatschakra-Tempel befindet sich die Fakultaet fuer Duinchor, wo Studenten nach dem Programm des Namgyal Klosters (Indien) erlernen, ein Mandala – eine ueber viele Tage kunstvoll geschaffene buddhistische Komposition – zu machen. Waehrend des jaehrlichen Churals (Gebetsdienst) «Duinchor» setzen Studenten ihre Kenntnisse in die Tat um.

    Im Tempel befinden sich die einzigartigen Ganshur-Sutren, die ueberlieferten Schriften von Buddhas Lehrreden, sowie auch eine getriebene, vergoldete Buddha Schakyamuni-Statue, ein geschnitzter Thron aus Zedernholz, der von acht Loewen gestuetzt wird und dem Dalai-Lama gewidmet ist, kostbare Geschenke aus heiligen Zutaten, und buddhistische Ikonen (Tankas), die mit Mineralfarben geschrieben wurden und den 25 Schambala-Herrschern geweiht sind.

    Der Haupttempel Zogtschen-Dugan wurde im 2003 eingeweiht. Im Tempel werden die traditionellen Gottesdienste gemaess den buddhistischen Prinzipien durchgefuehrt. Auf dem Klostergelaende wurden auch zwei Stupas erbaut, die der Klostergruendung und der tantrischen Gottheit Kalatschakra gewidmet sind.

    #15635

    baikalist
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    Dies Kloster liegt im autonomen Bezirk Aginsky im Gebiet Tschita oestlich vom Baikalsee.

    Zu Beginn des 19. Jh. zogen die Staemme der Chori-Burjaten aus der Mongolei in die Aginsker Steppen um. Sie gruendetetn dort im Jahre 1811 das Aginsker buddhistische Kloster, das zu einem der bedeutesten Kloester des 19. Jh. in Transbaikalien wurde.

    Im Kloster befand sich ebenfalls eine buddhistische Universitaet mit Fakultaeten fuer Philosophie, Astrologie, Tantra und Medizin. An der medizinischen Fakultaet unterrichteten bis zu 60 erfahrene Emtschi-Lamas (Aertze der tibetischen Medizin). Die gesamte Zahl der Moenche ging in die Tausend. Die Bibliothek mit ihrer Druckerei war einzigartig in ganz Transbaikalien. Hier wurden knapp 48.000 Blockbuecher in tibetischer und mongolischer Sprache geschaffen.

    #15636

    baikalist
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    • Beiträge: 16

    Das Kloster in der Naehe von der Siedlung Azagatsk befindet sich etwa 50 km von der Stadt Ulan-Ude. Der Tempel galt als die letzte Residenz von Zanid – Chambo Dorshiew. In der Naehe der Mineralquelle Chara-Azagat fand die Einheimischen eine Blockhuette, in der Agwan Dorshiew, der Lehrer des 13. Dalai-Lama, einige Zeit gelebt hatte. Der heutige Dalai-Lama (der 14.) hat das Kloster Azagat schon zweimal besucht.

    #15640

    michil82
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    Ich plane gerade meinen nächsten Urlaub und überlege mal nach Rußland zu fliegen, weil ich noch nie da war und mich das mal reizen würde. Ich interessiere mich sehr für andere Kulturen und Bräuche. Das Kloster von Azagat klingt sehr sehenswert. Kann man sich das denn als Tourist auch problemlos ansehen? Und wie kommt man hin?
    Mich würde auch interessieren, ob ich mit englisch dort zurecht komme, oder sollte ich mir lieber eine Reisegruppe suchen?

    #15637

    baikalist
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    Russland ist bestimmt eine Reise wert, obwohl der Tourismus im europaeischen Sinne des Wortes erst beginnt hier sich zu entwickeln (besonders bei uns in Sibirien). Aber die interessante Kulturen und Traditionen, die einzigartige Natur, die Gastfreundschaft und Hilfsbereit der Einheimischen lassen doch manche Unbequemlichkeiten zu vergessen.

    Was die buddhistische Kloester in der Baikalregion angeht, sind sie fuer Besucher zugaenglich. In manchen kommen Sie sogar mit Englisch klar.

    Ausserdem gibt es rund um den Baikalsee noch viele andere kulturelle Highlights, so wie die authentischen Doerfer der Einheimischen (Burjaten, Ewenken, Altglauebigen), die Begegnugen mit Schamanen, und natuerlich unser unvergaesslicher „Vaeterchen“ Baikal, der fuer uns viel mehr als ein See ist.

    #15638

    baikalist
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    Erlauben Sie mir denn bitte, liebe Freunde, weiter ueber die Kloester rund um den Baikalsee zu erzaehlen…

    Das Murotschinsker Kloster (urspruenglich Zongolsker Kloster) liegt in der Naehe der Siedlung Murotschi am rechten Ufer des Flusses Tchikoi in der Republik Burjatien unweit der russisch-mongolischen Grenze.

    Das Kloster ist einer der ersten buddhistische Tempelanlage in Transbaikalien gewesen.

    Im Jahre 1741 wurde ein riesiges Zelt aus Wollfilz fuer Gebetsdienste in der Gegend Chilgantui in der Naehe vom heutigen Kloster eingerichtet.
    Im Jahre 1758 baute man dort das Holzkloster, das aus einem Haupttempel und sechs kleineren Tempeln bestand.

    Das Kloster traegt den Name «Baldan-Breibun», was aus dem Tibetischen als «die vollendete Sammlung der Fruechten» der buddhistischen Lehre bedeutet.

    Unweit des Haupttempels bei dem heiligen Felsen in dem Ort Ranshur, an dem die buddhistische Gebetsschrift «Om mani padme chum» sich anzeigt, wurde ein Gebetshaus gebaut.

    Heuzutage gilt dieser Ort als eine der beliebtesten Zielen fuer Pilger aus ganz Transbaikalien und Zentralasien. Das ist eines von zwei einzigartigen buddhistischen Heiligtuemer aller Welt, wo Buddha sein Zeichen hinterliess. Das zweite Heiligtum dieser Art ist in Nepal.

    Bei dem Felsen werden die Meditationen taeglich durchgefuehrt.
    Das Kloster ist fuer den Besucher offen.

    #15639

    baikalist
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    Der Tempel «Tuschite» in der Siedlung Kiren

    Der Tempel wurde im Jahre 1817 gebaut und in Jahren des Kampfes mit der Religion waehrend der Sowjetzeiten zerstoert, aber im Jahre 1990 wiederaufgebaut. Sein erster Name war «Detschin-Darshaling». Der Tempel galt lange als das Hauptkloster fuer die Verbreitung der buddhistischen Lehre im Tunka-Tal. Im Kloster lag ein einzigartiger in Gold gebundener buddhistischer Traktat «Ganshur».

    Zur Zeit ist es der Haupttempel der buddhistischen Gemeinde des Tunkinsky Bezirks. Seine Taetigkeit schliesst die Unterstuetzung der buddhistischen Lehre und die Errichtung der neuen Sakralbauten.

    Der Tempel «Bodchi Dcharma» in dem Kurort «Arschan»
    Der Tempel «Bodchi Dcharma» ererbte die Traditionen des grossartigen Choimorsky Chandagataisky Klosters, das von dem burjatischen religoes Prominente und Aufklaerer Agwan Dorshiew im Jahre 1897 als Prototyp des buddhistischen Klosters in Sankt-Petersburg gebaut wurde.

    Der Platz fuer das Chandagataisky Kloster suchte Agwan Dorshiew in der Naehe der heiligen Staette «Tschingis-Khans Thron» heraus. In seiner Autobiographie schrieb er: «Heimische Berggeiste bevorzugen diese «weisse Seite» und zeigten deutlich einige gute Merkmale ihres Daseins». Das Chandagataisky Kloster wurde auch in der Sowjetzeiten zerstoert und nicht wiederaufgebaut.

    Der Tempel «Bodchi Dcharma» fuehren alle Gottesdienste gemaess den buddhistischen Kanon durch. Hier koennen Sie die Heilsmittel vor Ort besorgen.

    Der Tempel «Detschen Rawshalin»
    Der Tempel wurde in 2002 in dem Kurort Arschan dem Hauptgebaeude des Sanatorium «Sajany» gegenueber. Er gehoert zu den Tempeln der Traditionen Sangcha in Russland. Die Sprechstunde hat hier Gombo-Lama, Doktor der tibetischen Medizin.

    Der Nilowsky Tempel.
    Unweit vom Kurort «Nilowa Pustyn» im dichten Wald auf dem Berg Chulma-Ula befindet sich dies buddhistisches Kloster. Die Legende nach kamm zu diesem Ort ein mythischer Geist Chan-Schargai-noion, der Oberhaupt von Chaaten, die auf den Kaemme der Ost-Sayan-Gebirge leben.

    Zuerst wurde hier ein kleines Gebetshaus gebaut. Spaeterhin wurden zwei Holztempel eingerichtet. Auf dem Klostergelaende steht ein Turm aus langen und glatten Balcken mit einem Holzfass drauf. So eine Konstruktion findet man in niergendeinem Kloster der Republik Burjatien. Die Altsiedler erzaehlen, als die Lamas die Einheimischen zu Buddhismus konvertierten, versammelten sie allen Schamanen auf dieser Stelle und ueberzeugten sie Buddhismus zu akzeptieren. Alle schamanistischen Trommel und Kleider waren verbrannt. Ins Fass wurden die heiligsten Reliquien und silberne Muenzen gelegt und nach oben gestellt, damit Buddha die Geschenke anschauen konnte.

    Der Sand, wo der Gott Chan Schargai noion stand, gelt als heiliger. Einer langlauefigen Ansicht nach gibt dieser Sand den Maennern, wenn sie ihn mitnehmen, die Kraft.

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