Wildes Russland – Dokumentation

Einzigartige Bilder von seltenen Tieren und spektakulären Landschaften

Interview mit Tom Synnatzschke, dem Produzenten der Serie „Wildes Russland“
Wildes Russland – Zahlen, Daten, Fakten
Wildes Russland – die Folgen
Große Russland-Karte zur Dokumentation

Die sechsteilige Serie „Wildes Russland“ ist weltweit die erste umfangreiche Dokumentation über die russische Natur. Mit 1200 Drehtagen ist es auch das mit Abstand aufwendigste Tierfilmprojekt im deutschen Fernsehen – hergestellt vom NDR in Koproduktion mit dem WDR.

In den großartigen Naturlandschaften Russlands entstanden beeindruckende Aufnahmen von seltenen Tieren. Erstmals gefilmt wurden: Hochlandwisente im Kaukasus, Amur-Tiger am Pazifikstrand, kämpfende Argalis (größte Wildschafe der Erde) im Kaukasus und kämpfende Moschusochsen auf der Wrangel-Insel im arktischen Meer, wilde Russische Desmane im Ural, die Geburt Europäischer Nerze, Schneekraniche in ihrem Brutgebiet im arktischen Nordosten Russlands, Baikal-Robben unter Wasser, Riesenfischuhu bei der Jagd, kämpfende Riesenseeadler und Chinesische Weichschildkröten bei der Jagd unter Wasser.

Wildes Russland im Fernsehen

2009 zeigte ARD sechs Folgen im hochauflösenden HD-Format:

  1. Der Kaukasus – Montag, 2. März, 20.15 Uhr
  2. Der Ural – Montag, 9. März, 20.15 Uhr
  3. Sibirien – Montag, 16. März, 20.15 Uhr
  4. Die Arktis – Montag, 23. März, 20.15 Uhr
  5. Der Ferne Osten – Montag, 30. März, 20.15 Uhr
  6. Kamtschatka – Montag, 6. April, 20.15 Uhr

Inzwischen gibt es die Dokumentation als DVD oder Blu-ray.

Wildes Russland – Trailer

Making of „Wildes Russland“

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Selbst für erfahrene Tierfilmer war die Doku-Serie „Wildes Russland“ eine Herausforderung. An viele Drehorte kamen Kamerateams nur per Flugzeug oder Hubschrauber und nur mit Genehmigung des russischen Geheimdienstes. Um die gewünschten Aufnahmen zu bekommen, brauchten die Teams viel Geduld, Zeit und Glück. Die Dreharbeiten dauerten über drei Jahre und waren zum Teil sehr abenteuerlich.
Die Flugaufnahmen im Kaukasus fanden während der russischen Militäraktion gegen Georgien statt. So wurde der Kameramann verhört und das Drehmaterial beschlagnahmt.
Das Ural-Team stürzte mit einem Heißluftballon ab.
Der Kameramann vom Arktis-Team lebte vier Monate auf der abgelegenen Wrangel-Insel im Polarmeer. Dabei entkam er nur knapp einem hungrigen Eisbären. Dann bekam er Zahnschmerzen und musste sich den Zahn selbst ziehen. Wie das geht, erklärte ihm sein Zahnarzt per Satellitentelefon.
Im „Tal der Geysire“ entkam das Kamtschatka-Team nur knapp einer Schlammlawine, die wenige Meter vor dessen Hütte zum Stehen kam. Das „Tal der Geysire“ ist seit dem Lawinenabgang zur Hälfte verschüttet.

Interview mit Tom Synnatzschke, dem Produzenten von „Wildes Russland“

RusslandJournal: Wie entstand die Idee, eine Naturdokumentation in Russland zu drehen und wie haben Sie die Drehorte ausgesucht?

Tom Synnatzschke: Erstens haben wir festgestellt, dass es im Bereich Naturdokumentation bisher keine Produktionen gab, die ein größeres Bild von Russland darstellen. Die letze große Doku-Serie über die Naturräume Russlands wurde von BBC Ende der 90er Jahre produziert. Außerdem wissen wir, dass unsere Zuschauer sich für Russland interessieren. Alle Sendungen über Russland haben immer gute Einschaltquoten. So ist das Projekt entstanden. Dann haben wir geschaut, wo in Russland große Nationalparks (auf Russisch: Zapowedniks (заповедники)) liegen, wo es Tiere gibt, die bisher noch nicht oder selten gefilmt worden sind, bzw. ein bestimmtes Verhalten noch nicht gefilmt worden ist. Das waren die Hauptkriterien für die Wahl der Drehorte.

Der Kaukasus, zum Beispiel, gehört zu den absoluten Hotspots der Biodiversität. Dieses Gebiet ist irrsinnig artenreich. Wir haben von dem Naturschutzbund einen Tipp bekommen, dass es im Kaukasus Berg-Wisente gibt. Diesen Tieren sind wir 40 Tage hinterher gerannt, bis wir erste Aufnahmen machen konnten. Deswegen wurden Berg-Wisente auch noch nicht gefilmt. Es war für uns sehr reizvoll, Bilder zu bekommen, die im Tierfilm noch nicht gezeigt wurden. Im Ural haben wir den russischen Desmanen gefilmt. Auf den ersten Blick ist es ein kleines unscheinbares Tier. Der Desman ist ein großer Wassermaulwurf mit einer Rüsselnase und Tasthaaren vorne. Er sieht sehr skurril aus, fast wie aus einem Comic. Es wurde noch nie in der Wildnis gefilmt. Dank der guten Kontakte und der Unterstützung von russischen Wissenschaftlern konnten wir das Tier filmen. Im Altai-Gebirge südlich des Baikalsees konnte unser Team zum ersten Mal einen Bockkampf von Argalis – den größten Wildschafen der Erde – filmen. So viele Highlights gibt es nur in so einem großen Land wie Russland.

RusslandJournal: Haben Sie also vor allem nach seltenen Tieren in Russland gesucht?

Tom Synnatzschke: Nach Tieren und nach spektakulären Landschaften. Kamtschatka, zum Beispiel, ist einfach fantastisch. Das ist eine riesige, schwer zugängliche Wildnis mit Vulkanen, Bären und Riesenseeadlern. Viele Stellen sind nur per Hubschrauber erreichbar. Dieses Gebiet ist einzigartig auf der Erde. Der Baikal ist natürlich auch etwas ganz Besonderes.

RusslandJournal: Kann man sagen, dass Russland sich von anderen Ländern durch seine unberührte Natur unterscheidet?

Tom Synnatzschke: Das kann man so sagen, ja. Russland ist so groß, dass es da noch Flächen gibt, wo sich die Natur- und Tierwelt ungestört entfalten kann. Auf der anderen Seite haben wir auch gesehen, dass in den Gebieten, die einfacher zu erreichen sind, die Tiere auch relativ stark bejagt werden. Das ist nicht negativ gemeint. Die Leute versorgen sich einfach aus dem Wald. In diesen Gegenden waren die Tiere sehr scheu, und damit haben wir nicht unbedingt gerechnet. Sobald wir die Gebiete geflogen sind, in die ein normaler Jäger mit seiner Flinte nicht hinkommt, fanden wir die Natur so wie man sie noch kaum irgendwo auf der Erde findet. Oder nur noch in geschützten Nationalparks.

RusslandJournal: Haben die Menschen in Russland ein anderes Verhältnis zu den Tieren und zu der Natur als die Westeuropäer?

Tom Synnatzschke: Das ist unterschiedlich. Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, haben ein viel direkteres Verhältnis zur Natur. Unsere Tierfilmer haben auf ihren Reisen durch Russland eine unglaubliche Naturverbundenheit der Menschen erlebt. Ganz anders als in China, zum Beispiel. Die Chinesen wollen höchstens wissen, wie man die Natur nutzen kann, haben aber keine Begeisterung für die Natur. In Russland trafen wir viele Natur-Enthusiasten, die genauso begeisterungsfähig und „verrückt“ waren wie unsere Kamerateams. Naturfotographie hat in Russland eine große Tradition. Dort gibt es zwar wenig Filmer, aber unglaublich viele Naturfotographen, die uns auch geholfen haben.

RusslandJournal: Warum wurde so eine Dokumentation in Russland noch nicht gedreht?

Tom Synnatzschke: Für eine Produktionsfirma ist das ein irrsinniges Abenteuer. Wie überall auf der Welt, gibt es in Russland auch Bürokratie. Die Genehmigung, die man in Moskau bekommt, ist nicht unbedingt beim Gouverneur von Kamtschatka gültig. Solche Probleme kann man aber lösen. Die größte Herausforderung war die Logistik. Es ist sehr aufwendig, in Russland zu den Drehorten zu kommen. Zum Beispiel, hat ein Filmer für den Teil „Arktis“ vier Monate auf der Wrangler-Insel verbracht. Sie liegt ganz oben an der Beringstraße, fast bei Alaska. Allein der Hin- und Rücktransport von dem Kameramann mit seinem Gefährt, seiner Ausrüstung, Verpflegung, Treibstoff, etc. kostete 40 Tausend Euro. Auch auf Kamtschatka kommt man in die interessanten Gebiete nur mit dem Hubschrauber hin. Solche Dinge machen eine Serie wahnsinnig schwierig. Viele Produktionsfirmen haben sich nicht herangetraut. Ohne den guten Kontakt zum erfahrenen Russland-Kenner Henry Mix hätten wir es auch nicht gewagt.

RusslandJournal: Haben Sie Unterstützung von Menschen in Russland bekommen?

Tom Synnatzschke: Die Direktoren von Naturparks und die Ranger haben uns sehr geholfen.

RusslandJournal: In welches Gebiet von Russland würden Sie am liebsten reisen?

Tom Synnatzschke: Die Bilder von Kamtschatka haben mich am meisten beeindruckt. Den Kaukasus finde ich auch sehr schön. Aber Kamtschatka ist einfach ein Traum.

RusslandJournal: Kann man als normaler Tourist das wilde Russland auch bereisen? Natürlich abgesehen von den sehr schwer zugänglichen Gebieten.

Tom Synnatzschke: Ein Pauschal-Tourist würde sich wahrscheinlich auf so ein Russland-Abenteuer nicht einlassen. Aber als offener Tourist kann man das sicherlich machen. Gebiete wie der Baikalsee sind gut zugänglich. Wegen der Olympiade in Sotchi 2014 werden einige Leute auch in den Kaukasus einfacher reisen können. Auf Kamtschatka gibt es zwar eine touristische Infrastruktur. Es ist nur sehr teuer, dahin zu kommen. Auch Touristen müssen in den Hubschraubern fliegen. Eine Reise nach Kamtschatka ist also etwas für Leute, die naturbegeistert sind und das nötige Kleingeld haben. Wir hoffen jedenfalls, mit unserer Dokumentation mehr Leute dazu zu bewegen, sich Russland genauer anzuschauen. Alle unsere Filmer sagen, dass Russland ein faszinierendes Land ist, und dass sie Sachen entdeckten, die sie sonst noch nicht gesehen haben.

RusslandJournal: Wie war bisher die Resonanz auf die Serie?

Tom Synnatzschke: Nach der ersten Folge über den Kaukasus haben wir viele begeisterte Rückmeldungen von den Zuschauern bekommen. Die Einschaltquote war auch sehr gut und lag bei über 11%. Knapp 4 Millionen Zuschauer haben sich die Kaukasus-Folge angeschaut. Und das trotz des starken Gegenprogramms auf anderen Sendern. Am Montagabend liegt die Einschaltquote meistens unter 10%. Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden.

RusslandJournal: Planen Sie weitere Aufnahmen in Russland?

Tom Synnatzschke: Es gibt noch kein konkretes Projekt. Im wilden Osten hat Henry Mix seltene Aufnahmen von Amur-Tigern am Pazifikstrand bekommen. Wir loten gerade aus, ob wir einen aktuelleren Film über den Amur-Tiger in Russland machen können. Überall stehen schon versteckte Kameras und wir hoffen, dass wir ein Projekt machen können.

RusslandJournal: Wird „Wildes Russland“ auch im russischen Fernsehen laufen?

Tom Synnatzschke: Die internationalen Fassungen sind noch in Bearbeitung. Auch das russische Fernsehen hat Interesse an der Dokumentation bekundet. Wir sind derzeit in Verhandlung mit Channel One Russia, können aber noch nicht sagen, ob und wann die Serie in Russland ausgestrahlt wird.

Wildes Russland – Zahlen, Daten, Fakten

  • 2,5 Jahre Drehzeit
  • 1.200 Drehtage
  • 3,5 Jahre Produktionszeit
  • 5 Koproduktionspartner: NDR, WDR, S4C, National Geographic, Animal Planet
  • 10 Kamerateams (Deutschlands renommierteste Tierfilmer und zwei russische Kameraleute)
  • 50 Stunden Flugaufnahmen
  • 600 Stunden Rohmaterial
  • 100.000 Reisekilometer
  • Nördlichster Drehort: die Insel Wrangel im arktischen Meer
  • Südlichster Drehort: Insel Furugelm im Japanischen Meer
  • Westlichster Drehort: Schutzgebiet Kabardino Balkarsky im Westkaukasus
  • Östlichster Drehort: die Halbinsel Kamtschatka in der Beringsee
  • Höchster Drehort: 5.000 Meter über Normalnull am Elbrus im Kaukasus
  • Niedrigster Drehort: 30 Meter unter Normalnull in der Kaspi-Senke im Kaukasus
  • Kältester Drehort: minus 50 °C in Jakutien
  • Heißester Drehort: plus 40 °C Dagestan

Wildes Russland – die Folgen

1. Der Kaukasus – artenreiche Berg-Landschaften

Der Kaukasus liegt zwischen Europa und Asien, umgeben vom Schwarzem und Kaspischem Meer. Gewaltige Berggipfel ragen über 5000 Meter hoch in den Himmel. Sandwüsten und eisige Gletscher, blubbernde Schlammvulkane und dichte Wälder, Sandstürme und Lawinen – der Kaukasus ist eine Welt der Gegensätze.
Die vielfältigen Landschaften haben einen riesigen Artenreichtum hervorgebracht – hier sind im Laufe der Evolution Tierarten entstanden, die man sonst nirgends auf der Welt findet.
Im Kaukasus leben Bären und die letzten Hochland-Wisente, Saiga-Antilopen mit aufgeblähten Rüssel-Nasen und Langohr-Igel mit langen Beinen. Schroffe Felsen bieten Kaukasusgämsen und Steinböcken Zuflucht. Störe durchschwimmen die Tiefen des Kaspischen Meeres.

2. Der Ural – die größte Wildnis Europas

Das Ural-Gebirge liegt an der Grenze zwischen Europa und Asien. Die Ausläufer des Urals erstrecken sich von der Küste des Nordpolarmeers über 2000 Kilometer bis an die kasachische Grenze. Auf einem Felsplateau im nördlichen Ural-Gebirge ragen Geheimnisvolle Steinmonumente – die „Sieben starken Männer“ – bis zu 80 Meter in den Himmel.
Bären beherrschen dichte Wälder des Urals. Um an den leckeren Honig zu gelangen, lassen sich russische Bären von ein paar Bienenstichen nicht abschrecken. Sie klettern auf höchste Bäume und reißen Bienenkörbe herunter, die von Menschen aufgehängt wurden.
Auch Wölfe und Elche durchstreifen Urals Wälder. Erstmalig wurde gefilmt, wie Gruppen von Elchen am Ende des Winters große Flüsse durchschwimmen, um in neue Weidegebiete zu gelangen.
Der Uralkauz nutzt hohle Baumstämme als Bruthöhle für seine Küken.
In vielen Bächen des Urals kann man noch seltene Europäische Nerze beim Fischen beobachten.
Der Desman, den es nur in Russland gibt, taucht lieber nach Schnecken. Dieser komische Verwandte des Maulwurfs benutzt seine lange Nase als Schnorchel.

3. Sibirien – die eisige Wildnis im Herzen Russlands

Sibirien umfasst knapp zehn Prozent der gesamten Landmasse der Erde. Hier liegt der tiefste See der Welt. Und nur die widerstandsfähigsten Tiere der Erde können Temperaturschwankungen von 80 Grad aushalten. In Sibirien leben Moschustiere, Wölfe, Bären und der Zobel, der wegen seines dichten schönen Pelzes viel gejagt wurde.
Menschen züchten in Sibirien jakutische Pferde und halten große Rentierherden. Diese Haustiere werden allerdings nicht versorgt, sondern müssen in der Wildnis selbst für sich versorgen.
Am Baikalsee gelangen zum ersten Mal spektakuläre Unterwasseraufnahmen der einzigen Süßwasserrobbe der Erde.

4. Die Arktis – Eiswüsten und Tundren im Norden von Russlands

Die arktischen Gebiete Russlands erstrecken sich von Finnland im Westen bis Alaska im Osten. Die Beringstraße im äußersten Nordosten markiert die Grenze zwischen Russland und den USA. Hier liegt auch die Wrangel-Insel, die von der UNESCO 2004 zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Im Sommer warten hier große Gruppen von Eisbären auf die Ankunft der Walrosse. Doch Walrosse sind auch für die größten Bären der Erde keine einfache Beute.
Im äußersten Westen der Arktis, im Weißen Meer, finden Beluga Wale ideale Bedingungen, um ihre Jungen aufzuziehen.
Schneekraniche auf der russischen Halbinsel Tschukotka haben es dagegen schwer. Sie müssen ihre Eier im arktischen Winter immer warm halten und dann die Küken von diebischen Polarfüchsen schützen. Schneekraniche gibt es nur in Russland. Zum ersten Mal wurden Schneekraniche an ihren Brutplätzen gefilmt.

5. Der Ferne Osten – dort wo Russland am exotischsten ist

Ussurien an der russischen Pazifikküste ist ein über 40 Hektar großer Nationalpark. Das ist ein zerklüftetes Land aus Wasser und Eis, mit sanften waldbedeckten Hängen und einer schroffen Küste. Der Herrscher dieser Gegend ist der Amur-Tiger (auch Sibirischer Tiger genannt).
Die gepunkteten Sika-Hirsche kommen aus dichtem Wald häufig an die Küste, um angespülte Algen zu fressen. Doch das Leben im Jagdrevier des Sibirischen Tigers ist nicht ganz ungefährlich. Sensationelle Aufnahmen zeigen erstmalig einen wilden Amur-Tiger am Strand.
Junge Kragenbären verstecken sich lieber in den Baumwipfeln, sobald ein hungriger Tiger aufkreuzt. Doch der Amur-Tiger hat selbst gefährliche Feinde: Wilderer machen den Jäger zum Gejagten, und durch Rodung schrumpft sein Lebensraum unaufhaltsam.
Das gleiche Schicksal teilt der Amur-Leopard. Schätzungsweise gibt es weltweit nur noch 40 Tiere. Der Amur-Leopard konnte bei der nächtlichen Jagd gefilmt werden.

Rund um den Chankasee an der Grenze zwischen Russland und China liegt der Chanka-Nationalpark. Der Chankasee ist das weltweit größte Biotop der Wasserpflanzen. Im Sommer verwandeln prächtige Lotusblüten den See in eine exotische asiatische Landschaft. Hier lebt die langnasige Weich-Schildkröte – ein außergewöhnliches Reptil mit einem biegsamen lederartigen Panzer.
Auch der seltene Riesenfischuhu jagt in Ussuriens Gewässern. Erstmals wurde dieser Greifvogel über und unter Wasser gefilmt.

6. Kamtschatka – Vulkanregion im russischen Fernen Osten

Die Halbinsel Kamtschatka in Russland ist eine der vulkanisch aktivsten Regionen der Erde. 20 verschiedene Klimazonen gehen hier ineinander über: Vulkanschlote rauchen neben Gletschern, meterhohe Schneewehen grenzen an kochende Geysire.

Im Tal der Geysire sind die heißen Wasserfontänen besonders konzentriert. Das Tal der Geysire ist Teil des Kronozki-Naturschutzgebiets und UNESCO Weltnaturerbe. 2007 verschütte ein verheerender Erdrutsch viele Wasserfontänen des Tals.
Einige Tiere haben sich an die launische Natur Kamtschatkas angepasst. Bachstelzen ziehen in „beheizten“ Kinderstuben ihre Küken auf.
Bären fühlen sich auf Kamtschatka besonders wohl. Gerne baden sie in Thermalquellen, um sich von Flöhen, Zecken und anderen Parasiten zu befreien. Im feuchten Sommer finden russische Bären hier genug Kräuter und Beeren. Und im Spätsommer frisst ein Bär täglich 40 Kilogramm Lachs.
Im Winter, wenn die Bären ihren Winterschlaf halten, streiten kleinere Raubtiere – Vielfraß und Rotfuchs – um die Beute und vor allem um Aas.
Seltene Riesenseeadler belagern die nicht zugefronen Wasserstellen und kämpfen um die wenigen Fische für sich und ihre Jungen.

Wildes Russland: Stationen auf der Russland-Karte

Mehr über Russland erfahren:

Sieben Russland Wunder
2007 wurden in Russland per Voting die „Sieben Russland Wunder“ gewählt. Dazu gehören auch das Tal der Geysire auf Kamtschatka, der Baikalsee in Sibirien, der Mount Elbrus im Kaukasus und die Säulen der Verwitterung (auch bekannt als „Sieben starke Brüder“).
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