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Moskau: Arbat - die Künstlerstraße

Der Arbat (russ.: Арбат) ist wohl die beliebteste Flanier-Meile
Moskaus. In dieser Fußgängerzone ist immer viel los: Künstlerläden und Souvenirstände sind mit unzähligen Matroschka-Variationen und anderen typisch russischen Artikeln überhäuft, Maler, Musiker und andere Straßenkünstler sorgen für ein abwechslungsreiches Unterhaltungs-programm, kleine Cafés und Restaurants laden zu einer Pause ein. Auf den ersten Blick scheint der Arbat sehr touristisch. Doch vor allem Moskauer selbst lieben diesen Ort mit einem ganz besonderen Flair. Der Arbat ist nicht einfach eine Straße, er ist eine Legende, und jedes Haus hier ist Geschichte.

Wer vom lauten Arbat in die kleinen Gässchen eintaucht, wird von der dort herrschenden Ruhe überrascht. Allerdings verliert man in diesen für Moskau typischen krummen Gassen schnell die Orientierung. Um den Weg zum Arbat zu finden, kann man sich gut am hohen Gebäude des Außenministeriums am Smolensky Platz orientieren.

Zum ersten Mal wurde der Arbat 1493 in den Chroniken erwähnt. Der Name stammt wahrscheinlich aus dem Arabischen und bedeutet "Außenbezirk". Und tatsächlich hieß damals die ganze Gegend vom Kreml bis zum modernen Garten Ring "Arbat". Im 16. Jahrhundert wohnten hier Handwerker. Auch heute noch heißen die Straßen rund um den Arbat Zimmermann, Silber- oder Geldmacher Gasse.

Ende des 18. Jahrhunderts machten die Adeligen den Arbat zu einer modischen Viertel. Mit der Zeit ließen sich hier immer mehr Künstler, darunter einige bekannte Dichter und Musiker, nieder.

Das Restaurant "Prag", das Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet wurde, gehörte lange zu den besten und teuersten Restaurants
Moskaus.

Im Obergeschoss des Hauses Nr. 53 verbrachte der größte Dichter Russlands Alexander Puschkin die ersten Monate nach seiner Heirat im Jahr 1831. Später wohnte hier eine Cousine des russischen Komponisten Tschaikowsky. 1986 wurde hier das Puschkin Museum eröffnet. Die Einrichtung aus der Puschkin-Zeit ist leider nicht erhalten geblieben. Acht Säle im Erdgeschoss sind der Ausstellung zum Thema "Puschkin und Moskau" gewidmet. Im ersten Stock sind einzelne Möbel und Gegenstände aus dem Besitz von Puschkin und seiner Freunde ausgestellt.

Im 19. Jahrhundert entstanden in der Gegend vom Arbat viele Hotels, Restaurants und Läden.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Kommunistische Partei einige Gebäude im Konstruktivismus-Stil errichten lassen. Dazu gehören, zum Beispiel, Häuser Nr. 45 und 46.

Im Haus Nr. 26 spielt das bekannte Wachtangow-Theater.

Am äußeren Ende des Arbats liegt der Smolensky Platz (russ.: Смоленская площадь) mit dem Außenministerium. Das Ministeriumsgebäude wurde als erstes der sieben Stalin-Hochhäusern fertig gestellt. Diese so genannten "sieben Schwestern" ließ Stalin in Moskau als Symbol der Macht und des Wirtschaftswachstums bauen. Am Anfang wurde das Ministerium ohne der Spitze gebaut, doch Stalin fragte: "Wo ist die Spitze?", und die Spitze wurde sofort errichtet. Das geschah innerhalb von drei Wochen, drei Tagen oder sogar drei Stunden, die Angaben hierzu sind unterschiedlich.

1974-86 verwandelte man den Arbat in eine Fußgängerzone mit einer Reihe von Straßenlaternen, vielen kleinen Läden und Cafés. Hausfassaden erleuchteten mit frischen Farben und verbreiteten gute Laune. Seit Kurzem machte man den Arbat zum russischen "Walk of Fame". Allerdings können sich nicht nur ausgewählte Künstler und Politiker, sondern alle Menschen, die sich den Spaß leisten können, über eine eigene Platte in der Sternenalle vom Arbat freuen.

Wer Moskau besser  spüren und verstehen möchte, sollte sich Zeit nehmen und aufmerksam durch den Arbat bummeln. Die Souvenirs bekommt man aber wo anders meistens günstiger.

Anfahrt Arbat

Metro "Arbatskaja" (russ.: Арбатская) oder "Smolenskaja" (russ.: Смоленская).

Puschkin-Apartment Museum

Adresse: ul. Arbat 53

Öffnungszeiten:
Mi.-So. von 10.00 bis 18.00 Uhr
Kassen bis 17:30 Uhr.
Am letzten Freitag des Monats ist das Museum geschlossen.

Telefon: ++7 495 / 241 4192

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