Bei den meisten Russland Reisen stehen vor allem Moskau und St. Petersburg auf dem Programm. Wer es etwas abenteuerlicher mag, reist mit der Transsibirischen Eisenbahn zum Baikalsee. Doch in Russland gibt es viel mehr zu entdecken. Unzählige Kultur-und Naturdenkmäler verstecken sich überall im großen Land.
Die im Herbst 2007 gestartete Aktion "Sieben Wunder Russlands" sollte Russlands verborgene Schätze bekannt machen. Die Gewinner wurden anlässlich des Nationalfeiertages "Tags Russlands" am 12. Juni 2008 auf dem Roten Platz in Moskau bekannt gegeben.
Die Sieben Russland Wunder sind:
- Basilius Kathedrale in Moskau
(russisch: Собор Василия Блаженного)
Die im 16. Jh. auf dem Roten Platz errichtete Kathedrale gilt als Wahrzeichen von Moskau und ganz Russland. Der Legende nach war Zar Iwan der Schreckliche von der Basilius Kathedrale so beeindruckt, dass er die beiden Baumeister erblinden ließ, damit sie nichts Schöneres schaffen konnten.
- Tal der Geysire auf der Halbinsel Kamtschatka in fernen Osten von Russland
(russisch: Долина Гейзеров)
Das Tal der Geysire ist eine Vulkan-Region, etwa 2 km breit und 4 km lang. Das Naturwunder wurde in Russland 1941 entdeckt und 1991 für Besucher geöffnet. Über 200 Naturquellen, darunter 90 Geysire schießen heiße Wasserfontäne bis in 30 Meter Höhe. Im Juni 2007 wurde das Tal der Geysire von einem Erdrutsch stark beschädigt und zum Teil überflutet. Doch zum Glück hat Kamtschatka seine Hauptattraktion nicht ganz verloren. Im Mai 2008 waren fast alle Geysire wieder aktiv. Jedes Jahr lockt das Naturschauspiel tausende Touristen in diese entlegene Region von Russland. Die Vulkan-Region von Kamtschatka mit dem Naturpark Kluchevsko wurde 1996 als Naturdenkmal von der UNESCO zum Welterbe erklärt.
- Der Baikalsee in Sibirien
(russisch: озеро Байкал)
Der Baikalsee soll der älteste, tiefste und sauberste See der Welt sein. Er liegt im Süden von Ostsibirien, 455 Meter über dem Meeresspiegel. Der Baikalsee ist 25-30 Millionen Jahren alt und 1637 Meter tief. Der See ist auch das größte Süßwasser-Reservoir und enthält schätzungsweise 22% der weltweiten Süßwasservorräte. Seit Jahrhunderten fasziniert der Baikalsee Russland-Reisende aus aller Welt. Die meisten Touristen kommen mit der Transsibirischen Eisenbahn. Die nächste große Stadt Irkutsk ist 70 km weit entfernt. 1996 erklärte die ist UNESCO die Baikal-Region zum Weltnaturerbe.
- Peterhof – die Schlossanlage in der Nähe von St. Petersburg
(russisch: Петергоф)
Die Sommerresidenz der russischen Zaren in der Nähe von St. Petersburg, feierte 2005 ihr 300. Jubiläum. Bekannt für seine eleganten Parkanlagen, prachtvollen Schlösser sowie zahlreichen Fontänen und Kaskaden wird Peterhof auch das "russische Versailles" oder die "Fontänen-Hauptstadt Russlands" genannt.
- Mount Elbrus im Kaukasus Gebirge
(russisch: гора Эльбрус)
Der zwei-köpfige Mount Elbrus ist der höchste Berg Russlands und Europas. Der westliche Gipfel ist 5642 Meter und der östliche 5621 Meter hoch. Der Elbrus liegt im Süden von Russland an der Grenze zwischen den russischen Republiken Karatschajewo-Tscherkessien und Kabardino-Balkarien. Der Kabardiner Kilar Khaschirow bestieg als erster den Mount Elbrus im Sommer 1829.
- Säulen der Verwitterung - ein Naturdenkmal in der Republik Komi
(russisch: "Столбы выветривания")
Viele Legenden kursieren um die Entstehung der so genannten Säulen der Verwitterung in der autonomen Republik Komi im Nordwesten von Russland. Die sieben Stein-Säulen stehen auf dem Plateau Man-Pupu-Ner und sind 30 bis 42 Meter hoch. Vor etwa 200 Millionen Jahren sollen das hohe Berge gewesen sein. Doch Regen, Wind, Schnee und Sonne haben die Giganten nach und nach in skurrile Steinfiguren verwandelt.
- Der Mamajew-Hügel und die Statue der Mutter-Heimat in Wolgograd
(russisch: Мамаев курган и статуя Родины-матери)
Das Architektur-Ensemble auf dem Mamajew-Hügel wurde zum Gedenken an die Schlacht um Stalingrad errichtet. Tausende russische und deutsche Soldaten verloren ihr Leben in erbitterten Kämpfen um die Stadt an der Wolga (damals Stalingrad, heute Wolgograd). Im Februar 1943 erlitt Hitlers Arme hier eine vernichtende Niederlage. Die Bauarbeiten an der Gedenkstätte fingen im Mai 1959 an und dauerten mehrere Jahre. Erst im Oktober 1967 wurde das imposante Monument am Mamajew-Hügel feierlich eröffnet. Dieser beeindruckende Komplex zählt zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Russland. Die 85 Meter hohe Statue "Mutter Heimat ruft!" (russisch: "Родина-мать зовет!") ist das zentrale Element des Komplexes.
Der Wettbewerb Sieben Russland Wunder ist die russische Antwort auf die weltweite Aktion Sieben neue Weltwunder. Die Idee entstand, nachdem keine Sehenswürdigkeit aus Russland in die Liste der neuen Weltwunder aufgenommen wurde. Der Rote Platz und der Kreml in Moskau schafften es immerhin auf Platz 10 und waren als einziges "Wunder" aus Russland unter den 77 Kandidaten für neue Weltwunder. Um Patriotismus und Heimatliebe zu fördern, riefen Massenmedien in Russland zu einem Alternativ-Wettbewerb auf. Nicht zuletzt sollte die Aktion auch den Tourismus innerhalb von Russland ankurbeln.
Der Wettbewerb Sieben Russland Wunder bestand aus drei Runden. Über 25 Millionen Menschen sollen sich an der Abstimmung im Internet und per SMS beteiligt haben. In der ersten Runde (Oktober 2007 bis Februar 2008) wurden 49 Kandidaten ausgewählt: sieben Sehenswürdigkeiten für jeden Föderalen Bezirk in Russland. Nach der zweiten Runde (Februar bis Mai 2008) standen 14 Finalisten fest. Diese wurden unabhängig von der Zugehörigkeit zu den Föderalen Bezirken Russlands gewählt.
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