Puppenmuseum in Sankt Petersburg

(russisch: Петербургский Музей Кукол)

Puppenmuseum

Puppenmuseum in St. Petersburg

Das Puppenmuseum in St. Petersburg nimmt große und kleine Besucher auf eine lehrreiche Reise durch die faszinierende Welt der Puppen mit. Die Museumskollektion besteht aus antiken Puppen und Kreationen von modernen Künstlern, Theater-Designern und Studenten der St. Petersburger Akademie für Theaterkunst. Im Puppenmuseum lernen die Besucher nicht nur viel über die Puppen, sondern erfahren auch Einiges über die Geschichte, die Traditionen und die Bräuche in Russland.

Das 1998 gegründete Puppenmuseum in St. Petersburg gehört zu den ersten privaten Museen in Russland. Es ist in einem kleinen Haus mit Garten auf der Wassiljewski Insel untergebracht. Gastfreundliche Mitarbeiterinnen sorgen für eine familiäre Atmosphäre. Gleich am Eingang begrüßt die Besucher das Museumsmaskottchen: der große weiße Pudel Artemon.

Museumsmaskottchen Pudel Artemon

Museumsmaskottchen Pudel Artemon

Die Ausstellung des Puppenmuseums ist mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Es gibt Puppen aus verschiedenen Materialien wie Porzellan, Stoff, Holz, Stroh oder Birkenrinde. Farbenfrohe Patchwork-Arbeiten schmücken die Wände des Museums. In der museumseigenen Puppen-Werkstatt kann man den Frauen bei der Arbeit zuschauen. Die hier gemachten Puppen können im Museumsladen als Andenken oder Geschenk gekauft werden.

Das Puppenmuseum in St. Petersburg organisiert auch Sonderausstellungen zu verschiedenen Anlässen wie, zum Beispiel, russische Feiertage und Feste.

Die permanente Ausstellung des Puppenmuseums in St. Petersburg ist in folgende Themenbereiche unterteilt:

Russische traditionelle Feste und Bräuche

Holzhäuser Vitrinen

Vitrinen in Form von typisch russischen Holzhäusern

In Glasvitrinen, die wie typisch russische Dorfhäuser aussehen, sind die Puppen und andere Exponate fantasievoll in Szene gesetzt und präsentieren die wichtigsten Feste in Russland: einen fröhlichen Jahrmarkt, Weihnachten, die russische Fastnacht Maslenitsa, das Fest der Sommersonnenwende Iwan Kupala und eine russische Hochzeit. Eine separate Vitrine zeigt eine traditionelle russische Familie. Im alten Russland war es vor allem wichtig, viele Kinder zu haben. Man glaubte, dass je mehr Puppen ein Mädchen hatte, desto mehr Kinder würde es später gebären. Deswegen galten Puppen als magische und wertvolle Objekte und wurden fast wie Lebewesen liebevoll behandelt. Jedes russische Mädchen bewahrte seine Puppen in einer eigenen Truhe auf und keiner durfte sie ohne die Erlaubnis der Besitzerin herausholen. Eine Puppe schlecht zu behandeln brachte Unglück.

Das vergangene Russland / Ostslawische traditionelle Puppen

Ostslawische heidnische Götter

Ostslawische heidnische Götter

Dieser Saal des Puppenmuseums ist der Magie, den Ritualen und der Religion in Russland gewidmet. Eine Glaswand trennt die reale Welt von der Welt der Geister und der Vergangenheit. Neben Figuren der Gottheiten der slawischen Mythologie gibt es hier auch einen Lebensbaum, der nach Vorstellung der alten Slawen Erde und Himmel verband und die Weltordnung darstellte.
Im alten Russland galt eine Puppe auch als Talisman, der den Besitzer vor Unglück, Krankheiten und bösen Geistern schützen sollte. Bereits vor der Geburt einer Kindes bastelten russische Frauen die erste Puppe für das Baby. Sie wurde ohne Schere und Nadel gemacht, weil man die Puppe weder schneiden noch stechen durfte. Diese aus bunten Stoffresten gewickelte Puppe hieß Pelenaschka (russisch: Пеленашка, übersetzt so etwas wie „Wickelchen“). Sie bewahrte die mütterliche Liebe und Fürsorge auf und sollte das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten beschützen. Im Museum sieht man verschiedene Puppen, die Menschen in Russland früher im Laufe ihres Lebens begleiteten.
Eine andere Vitrine gibt einen Einblick ist das Haus eines russischen Kaufmanns. Zwei Kaufmannsfrauen unterhalten sich gemütlich beim Tee. Eine aufwendig gemachte Matroschka mit Heiligenbildern stellt eine Ikonenwand dar.

Märchen- und Literatur-Gestalten

Märchen über das Meer

Meerjungfrau und andere Figuren aus Märchen über das Meer

Ein Großteil der Ausstellung in diesem Saal bilden Figuren aus russischen Märchen und Sagen. Kühne Recken und Helden spielen in der russischen Folklore eine große Rolle. Sie verkörpern Stärke, Tapferkeit und Unerschrockenheit des russischen Volkes und müssen oft gegen einen dreiköpfigen feuerspeienden Drachen (russisch: Змей Горыныч [zmej garýnytsch]) kämpfen. Im Puppenmuseum in St. Petersburg wird das Ungeheuer als eine große Stoffpuppe dargestellt. Natürlich gibt es hier auch Puppen in Gestalt russischer Schönheiten in typischen Nationaltrachten. Andere Puppen repräsentieren Waldgeister, die russische Hexe Baba Jaga (russisch: Баба Яга), den bösen Zauberer Kaschtschei den Unsterblichen (russisch: Кощей (oder Кащей) Бессмертный), den Feuervogel Schar-Ptiza (russisch: Жар птица) sowie andere Fabelwesen. Ein Teil der Ausstellung ist den Märchen von Alexander Puschkin gewidmet.
In diesem Saal des Puppenmuseums gibt es auch Charaktere aus Märchen anderer Völker, darunter des Orients, Indien, Japan, etc. Westeuropa ist durch Figuren aus Märchen von Charles Perrault, den Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersen vertreten.

Wald-Königreich

Russischer Wald und seine Bewohner

Russischer Wald und seine Bewohner

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Dieser in Dämmerlicht gehaltene Saal des Puppenmuseums entführt die Besucher in die geheimnisvolle und magische Welt des Waldes. Auf einer Lichtung steht ein Haus auf Hühnerbeinen, in dem die Hexe Baba Jaga mit ihrer schwarzen Katze lebt. Im kleinen Teich tummeln sich verschiedene Fabelwesen, darunter ein Wassergeist, eine Meerjungfrau und eine Frosch-Prinzessin. Es gibt Zwerge, komische Vögel, riesige Mücken, Spinnen und viele andere Waldbewohner.

Stolz und Ruhm des Vaterlands

Russische Soldaten in historischen Uniformen

Russische Soldaten in historischen Uniformen

Dieser Saal des Puppenmuseums erzählt die Militärgeschichte von Russland. Ein besonderes Ausstellungsstück ist die Puppe, die den Heiligen Georg, den Schutzpatronen der russischen Armee, darstellt. Sie wurde von einem 10-jährigen Mädchen gemacht. In diesem Saal sieht man, wie sich die Militäruniform in Russland im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Eine Vitrine ist dem Zweiten Weltkrieg gewidmet. Zu den Schätzen des Museums zählt die Puppe, die russische Frauen nach ihrer Rückkehr von der Front bekamen. Damit sollte die Frau an ihre Mutterrolle erinnert werden.

Autoren-Puppen

Ballettänzerin als Puppe

Ballettänzerin als Puppe. Die Arbeit heißt „Nach der Aufführung“.

In diesem Saal sind Einzelexemplare von Puppen ausgestellt, die von Künstlern in Handarbeit gefertigt wurden. Diese Puppen verstehen sich vor allem als wertvolle Dekorationsobjekte. In einer Vitrine sind Zirkusartisten versammelt. Neben bekannten Theater- und Literatur-Figuren wie dem französischen Pierrot, dem spanischen Don Quijote gibt es in diesem Saal auch Fantasie-Gestalten darunter, zum Beispiel, eine Puppe, die die Geologie darstellt.

Theater-Puppen

Im Theater-Saal des Puppenmuseums in St. Petersburg sind fast alle Arten von Theaterpuppen vertreten: verschiedene Marionetten, Stock- und Handpuppen, witzige Fingerpuppen sowie Teile eines Schattentheaters.

Frivole Puppen (Nur für Erwachsene)

Romeo und Julia als Puppen

Romeo und Julia als Puppen

Geschmackvoll und witzig eingerichtet, entführt dieser Saal des Puppenmuseums in die Welt der Liebe und Erotik. Die Kunst der Verführung wird in verschiedenen Situationen in Szene gesetzt. Es gibt Adam und Eva, Satyr und Nymphe, Romeo und Julia und sogar eine Komposition „Die Verführung der Nonne“. Ein Schmuckstück der Ausstellung ist die Szene Banja. Die gehäkelten Puppen mit lebhaften spitzbübischen Gesichtsausdrücken zeigen humorvoll die spielerisch erotische Atmosphäre eines typisch russischen Badehauses.

Galerie „Die Perspektive von St. Petersburg“

Schlittschuhläuferin als Puppe

St. Petersburger Schlittschuhläuferin als Puppe

Die Protagonisten dieser Ausstellung sind die Bewohner von St. Petersburg. Eine komplett in weißen Tönen gehaltene Vitrine zeigt die russische Zarenfamilie Romanow. Die Puppen dafür wurden in der Museumswerkstatt gemacht. Die Gesichter der Porzellanpuppen sind so kunstvoll gearbeitet, dass man die russischen Kaiser und Kaiserinnen gut erkennen kann.
Ein Puppenhaus zeigt wie ein typisches Mietshaus in St. Petersburg im 19. Jahrhundert aussah. Im Erdgeschoss waren Geschäfte, Wirtshäuser, Büros oder eine Gendarmerie untergebracht. Unten wohnte auch der Hausmeister, der für die Ordnung im und um das Haus sorgte. Im ersten Obergeschoss lagen die teuersten Appartements. Je weiter oben desto kleiner und günstiger wurden die Wohnungen.
In einer anderen Vitrine ausgestellte Puppen, repräsentieren Menschen, die jetzt in St. Petersburg leben. Darunter einfache Jungs und Mädchen, Professoren, Kriegsveteranen und prominente Persönlichkeiten wie die ehemalige Bürgermeisterin Walentina Matwijenko oder der weltberühmte Dirigent und Generaldirektor des Mariinski Theaters Valery Gergiev.

Puppenwerkstatt „Poteschny Promysel“
(russisch: „Потешный промысел“)

Teewärmer-Puppe

Teewärmer-Puppe aus der Werkstatt „Poteschny Promysel“

Der Name der Werkstatt kann ins Deutsche als „Komisches Handwerk“ übersetzt werden. Hier können die Besucher vom Puppenmuseum den Frauen bei der Arbeit zuschauen und sehen, wie eine Puppe entsteht. Die Werkstatt stellt verschiedene Puppen in kleinen Mengen her. Es gibt Puppen zu diversen Feiertagen wie Weihnachten oder Karneval, Puppen in Nationaltrachten, historischer Kleidung oder Berufsuniformen, Puppen-Schatullen, Teewärmer-Puppen, Puppen in Gestalt von Märchenfiguren, Feen, russischen Adeligen und noch viele andere.
Das Puppenmuseum organisiert auch Workshops, bei denen Erwachsene und Kinder lernen können, Puppen aus Papier, Stoff oder sogar aus Verpackungsmaterial herzustellen.

Museumsshop „Petersburger Geschenk“

Museumsmaskottchen Pudel Artemon als Stoffpuppe

Museumsmaskottchen Pudel Artemon als Stoffpuppe

Im Souvenir Shop des Puppenmuseums in St. Petersburg gibt es Puppen für jeden Geschmack und Geldbeutel. Auch das Museumsmaskottchen, den Pudel Artemon, kann man hier als Puppe kaufen. Eine handgefertigte Puppe in russischer Nationaltracht ist sicherlich ein besonderes Mitbringsel und eine schöne Erinnerung an die Russlandreise.

Puppenmuseum in St. Petersburg:
Informationen für Besucher

ADRESSE:
Kamskaja Straße 8
199048 St. Petersburg
Info-Telefon: +7 812 327 72 24
(russisch: ул. Камская, 8, 199048 Санкт-Петербург)

Eingang in das St. Petersburger Puppenmuseum

Eingang in das St. Petersburger Puppenmuseum

ANFAHRT
Metro-Station: Wassiljeostrowskaja (russisch: „Василеостровская“), grüne Linie M3.
Von der Metro-Station Wassiljeostrowskaja:
1) Mit dem Linientaxi Marschrutka (russisch: маршрутка) К-249а bis zur Haltestelle „Ulitza Kamskaja“. Fahrzeit: ca. 5 Minuten.
2) Zu Fuss ca. 10-15 Minuten.
St. Petersburger Puppenmuseum auf der Karte von St. Petersburg

ÖFFNUNGSZEITEN:
täglich 10:00 bis 18:00 Uhr

EINTRITTSPREISE:
Erwachsene: 150 Rubel (ca. 3,85 Euro)
Schüler, Studenten und Rentner: 70 Rubel (ca. 1,80 Euro)
Der Eintritt für Kunststudenten ist kostenlos.
Kinder im Vorschulalter (ab 3 Jahre): 50 Rubel (ca. 1,29 Euro)
Kinder bis 3 Jahre: kostenlos
Wechselkurs Rubel / Euro
Am letzten Montag des Monats können Vorschulkinder, Schüler, Studenten und Rentner das Puppenmuseum kostenlos besichtigen.
Fotografieren für den Privatbedarf ist kostenlos.

Patchwork und Puppen im Eingangsbereich des Puppenmuseums

Patchwork und Puppen im Eingangsbereich des Puppenmuseums

Das Puppenmuseum bietet auch Führungen auf Russisch und Englisch an. Eine Führung muss eine Woche vorher unter der Telefonnummer +7 812 327 72 24 bestellt werden. Der Preis für eine Führung für bis zu fünf Personen beträgt 400 Rubel (ca. 10,26 Euro) pro Person. Maximal können 10 Personen an einer Führung teilnehmen.

INFORMATION FÜR ALLERGIKER
Im Puppenmuseum in St. Petersburg gibt es einen Hund und mehrere Katzen.

ST. PETERSBURGER PUPPENMUSEUM IM INTERNET
Offizielle Website auf Russisch und Englisch

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