Sankt Petersburg. Schauplätze einer Stadtgeschichte

Das Buch präsentiert St. Petersburg als Sinnbild der europäischen Geschichte Russlands und eignet sich gleichzeitig als Reiseführer durch besondere Plätze der zweitgrößten russischen Metropole.

  • Sankt Petersburg. Schauplätze einer Stadtgeschichte
  • Sankt Petersburg. Schauplätze einer Stadtgeschichte
  • Ein historischer Rundgang. St. Petersburg war einst Zarenresidenz und Hauptstadt des riesigen Russischen Reiches. Im 20. Jahrhundert war es Schauplatz von Ereignissen, die die ganze Welt erschütterten. Ihre Spuren sind allgegenwärtig in der Stadt.
  • Aktueller Preis und weitere Informationen

Deutsche und russische Autoren betrachten St. Petersburg zwischen den Jahren 1850 und 1950. Wie ereignisreich diese 100 Jahre waren, erkennt man schon alleine daran, dass die Stadt zweimal umbenannt wurde: von St. Petersburg in Petrograd und dann in Leningrad. Durch die Industrialisierung und die Anbindung an das europäische Eisenbahnnetz stieg die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts zu einer modernen Metropole auf. Kurze Zeit später musste St. Petersburg drei Revolutionen und zwei Kriegen standhalten und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut.

Das Buch ist in sieben Hauptkapitel unterteilt:

1) Die Stadt Peters
Zwei Beiträge rekonstruieren die Geschichte der von Zar Peter dem Großen errichteten Stadt und stellen Monumente der Gründungsgeschichte St. Petersburgs vor.

2) Hauptstadt des Vielvölkerreiches

Drei Autoren führen durch die Orte des jüdischen, des „russischen“ und des deutschen St. Petersburgs. Dabei dient die Kirche der Auferstehung Christi am Gribojedow-Kanal als Beispiel für den Versuch, die als europäisch errichtete Zarenstadt zu „russifizieren“. Die Kirche wurde nach dem Vorbild der
Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau errichtet.

3) Städtische Synapsen – Außenverbindungen

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Das Kapitel ist im weitesten Sinne dem Verkehr von St. Petersburg gewidmet. Der erste Beitrag zeigt die Bedeutung des Hafens und des Kanalsystems der Newa-Metropole. Danach werden die fünf Hauptbahnhöfe vorgestellt. Im dritten Artikel geht es um den Moskauer Prospekt, der die beiden russischen Metropolen verbinden sollte. Und zum Schluss erfährt der Leser, wie die so genannte „Straße des Lebens“ zwischen Leningrad und Ladogasee während der Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg das Überleben der Menschen in der von der Außenwelt abgeschnittenen Millionenstadt erleichterte.

4) Routen, Trassen, Prozessionen

Hier werden die touristischen Routen durch St. Petersburg vorgestellt. Der Leser erfährt, dass das englische Unternehmen Thomas Cook & Son zum ersten Mal in den 1880er Jahren St. Petersburg als Reiseziel anbot. Als Folge des kleinen Reisebooms Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in der Zarenstadt eine gut funktionierende Infrastruktur mit Hotels, Restaurants, dem Nah- und Vorortsverkehr.
Der zweite Beitrag zeigt, wie Bolschewiki die bekannten Zarenplätze zu Denkmälern der Revolution umfunktionierten und das Stadtbild veränderten.
Und dann wird die Entstehungsgeschichte der St. Petersburger Metro erzählt. Das Bauvorhaben in einer auf Sümpfen errichteten Stadt war alles andere als einfach.

5) Ereignis – Orte – Schauplätze

Im ersten Artikel geht es um die Schwierigkeiten des Wiederaufbaus St. Petersburgs nach der 900 Tage langen Blockade und zahlreichen Luftangriffen der Deutschen. Der nächste Autor führt den Leser durch kulturelle Schauplätze der Newa-Stadt – Wohnungen und Treffpunkte russischer Dichter und Künstler, die kulturelle und geistige Entwicklung Russlands prägten. Im Blickpunkt des dritten Artikels steht der Snamenskaja Platz (russ.: Знаменская Площадь) – ein Ort im Zentrum St. Petersburgs, der Zeuge vieler wichtiger historischer Ereignisse wurde.

6) Orte der Macht – Orte der Ohnmacht

Der Winterpalast gehört zu den Wahrzeichen St. Petersburgs. Erbaut als prächtige Zarenresidenz und Symbol der Macht, verlor der Palast unter dem letzten Zaren Nikolaus II. seine politische Bedeutung. Die Zarenfamilie zog in den Alexander-Palast in Zarskoje Selo und machte den kleinen Ort nahe St. Petersburg zum Regierungszentrum Russlands.
Symbolische Bedeutung haben auch zahlreiche Militäreinrichtungen der Stadt, sowie das Innenministerium und das Polizeidepartment.

7) Orte des Alltags – Orte der Freizeit

Das letzte Kapitel gewährt Einblicke in das Alltagsleben der Bewohner von St. Petersburg – in bürgerliche und proletarische Wohnungen, Wohngemeinschaften, in die Gärten und Kinopaläste der Millionenstadt.

Passend zu jedem Beitrag ausgesuchte Kartenausschnitte zeigen die Orte in St. Petersburg, die im Mittelpunkt des jeweiligen Abschnitts stehen. Außerdem ist das Buch mit schwarz-weißen Fotos ausgestattet, die historische Ereignisse und Bauwerke veranschaulichen.

Fazit

Die Autoren dieses Sammelbandes schaffen es, die Geschichte von St. Petersburg lebendig darzustellen. Wer das Buch gelesen hat, wird beim Blick auf bekannte Sehenswürdigkeiten von St. Petersburg viel mehr als schöne Fassaden und Plätze erkennen und die zwiespältige russische Metropole intensiv erleben.
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