Struve-Bogen

(UNESCO Welterbe 2005. Der Struve-Bogen erstreckt sich über zehn Länder.)
russisch: Дуга Струве

Der Struve-Bogen ist eine Kette geodätischer Messstationen, die sich in zehn europäischen Ländern befinden. Der 2.820 km lange Bogen (auch bekannt als Russisch-Skandinavischer Meridian-Bogen) verläuft ungefähr entlang des 25° Meridians von Nord nach Süd. Er beginnt am Punkt Furgelens im Norwegen (70° Breitengrad Nord), zieht sich über Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Moldawien und endet in der Ukraine (am Schwarzen Meer, 45° Breitengrad Nord).

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unternahm die Messungen zwischen den Jahren 1816 und 1855. Leiter des Projekts war der Astronom Friedrich Georg Wilhelm von Struve (1793–1864). In Hamburg geboren, lebte und arbeitete Struve in Russland. Sein russischer Name lautet Wassilij Jakowlewitsch Struve (russisch: Василий Яковлевич Струве). Er war der Gründer der Sternwarte Pulkowo in der Nähe von St. Petersburg.

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Ursprünglich bestand der Struve-Bogen aus 258 Hauptdreiecken mit 265 Vermessungspunkten. Damit gelang es den Wissenschaftlern, die Größe und Form der Erde mit einer unglaublichen Präzision zu bestimmen. Dies war ein großer Fortschritt für die Entwicklung der Topographie. Später stellten Satelliten-Messungen lediglich geringe Abweichungen fest.

Zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen nur 34 erhalten gebliebene Vermessungspunkte. Zwei davon – „Punkt Mäki-päälys“ und „Punkt Z“ – befinden sich in Russland, auf der kleinen Insel Hogland (Gogland) im Finnischen Meerbusen (60° Breitengrad Nord). Die Messpunkte wurden unterschiedlich gekennzeichnet, zum Beispiel, durch Steinhügel, Eisenkreuze, Obelisken und ähnliches.

Gründe für die Aufnahme des Struve-Bogens in die UNESCO Liste der Weltkulturerbe sind:

  1. Dies war die erste genaue Vermessung der Erde. Die Ergebnisse hatten eine enorme Bedeutung für die Weiterentwicklung von Geowissenschaften weltweit. Außerdem war es ein außergewöhnliches Beispiel für die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Ländern. Bemerkenswert war auch die politische Unterstützung des Projekts durch damalige Herrscher beteiliger Staaten.
  2. Der Struve-Bogen als Ganzes ist zweifellos ein einzigartiges Denkmal des technologischen Fortschritts, das in physisch markierten Messpunkten festgehalten wurde.
  3. Die Tatsache, dass so eine Messung durchgeführt wurde, und deren Ergebnisse, werden mit dem Streben der Menschheit assoziiert, mehr über die Form und die Größe des Planeten Erde zu erfahren. Sie bewies die bereits von Isaak Newton aufgestellte Hypothese, dass die Erde keine runde, gleichförmige Kugel ist.

Struve-Bogen auf der Landkarte (ausgewählte Punkte in 10 Ländern)

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