Eurovision Song Contest 2009 in Moskau, Russland

Rot-blauer Feuervogel: Das Logo des Eurovision Song Contests 2009 in Moskau

Das Logo des Eurovision Song Contests 2009 in Moskau © C1R

Der Eurovision Song Contest 2009 fand vom 12. bis zum 16. Mai in Moskau, der Hauptstadt der Russischen Föderation statt. Das war das erste Mal, dass die Eurovision in Russland veranstaltet wurde. Russland nutzte die Gelegenheit, um sich Europa in seiner ganzen Pracht zu präsentieren. Die Eurovision in der Olympiski Arena in Moskau war ein grandioses Spektakel und setzte neue Maßstäbe, die schwer zu toppen sind. In Russland sah man den internationalen Song Contest auch als Generalprobe für die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014.

2008 gewann der russische Sänger Dima Bilan den Eurovision Song Contest in Belgrad und machte Russland zum Austragungsort der Eurovision 2009.
Am 10. Dezember 2008 übergab eine offizielle Delegation die Schlüssel des Eurovision Song Contests von Belgrad an Moskau. Die feierliche Zeremonie fand im Moskauer Kaufhaus GUM am Roten Platz statt.

Der 54. Eurovision Song Contest 2009 im Überblick
Gastgeber-Land: Russland (Russische Föderation)
Für eine Reise nach Russland zum Eurovision Song Contest ein Visum erforderlich.
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Stadt: Moskau
Hotels in Moskau sind eher teuer. Doch die Moskauer Regierung sorgte dafür, dass die Hotels die Übernachtungspreise während des Eurovision Song Contests 2009 nicht erhöhten. Die meisten Teilnehmer und Fans übernachteten im Hotel „Cosmos“, nahe der Metro-Station „VDNKH“ (russisch: ВДНХ). Das Hotel ist nur drei Haltestellen von der Metro-Station „Prospekt Mira“ und der Olympiski Arena entfernt. Eine Übrnachtung im Doppelzimmer mit Frühstück kostete im Hotel „Cosmos“ 105,- Euro.
Veranstaltungsort: Olympiski Arena
(russisch: Спорткомплекс „Олимпийский“, wörtlich: Sportkomplex „Olympiski“)
Die Olympiski Arena wurde 1980 speziell für die Olympischen Sommerspiele in Moskau gebaut. Der Sportkomplex liegt im Zentrum von Moskau, nahe der Metro-Station „Prospekt Mira“.
Ein internationales Designer-Team baute die Bühne für den Eurovision Song Contest 2009. (siehe Video unten)
Offizielles Logo: rot-blauer Feuervogel aus der russischen Folklore (auf Russisch: „жар-птица“ [schar-ptítza])
Anzahl der Teilnehmer: 42 Länder
Gesamtergebnis Finale (Grand Prix Eurovision):
  1. Norwegen 387 Punkte
  2. Island 218 Punkte
  3. Aserbaidschan 207 Punkte
  4. Türkei 177 Punkte
  5. Großbritannien 173 Punkte
  6. Estland 129 Punkte
  7. Griechenland 120 Punkte
  8. Frankreich 107 Punkte
  9. Bosnien-Herzegowina 106 Punkte
  10. Armenien 92 Punkte
  11. Russland 91 Punkte
  12. Ukraine 76 Punkte
  13. Dänemark 74 Punkte
  14. Moldawien 69 Punkte
  15. Portugal 57 Punkte
  16. Israel 53 Punkte
  17. Albanien 48 Punkte
  18. Kroatien 45 Punkte
  19. Rumänien 40 Punkte
  20. Deutschland 35 Punkte
  21. Schweden 33 Punkte
  22. Malta 31 Punkte
  23. Litauen 23 Punkte
  24. Spanien 23 Punkte
  25. Finnland 22 Punkte
Ticket-Preise: Die Ticket-Preise lagen zwischen 800 und 20.000 Rubel (ca. 17-445 Euro) für die beiden Halbfinale. Eintrittskarten für das Finale waren etwas teurer und kosteten zwischen 1.000 und 30.000 Rubel (ca. 22-667 Euro).
Eine VIP-Karte „Das Goldene Paket“ mit Zutritt zum Backstage-Bereich, diversen Veranstaltungen und zum Restaurant kostete 350.000 Rubel (ca. 7.778 Euro) und galt für die beiden Halbfinale und für das Finale.
Finanzierung: ca. eine Milliarde Rubel aus dem Budget der Russischen Föderation (ca. 22 Millionen 223 Tausend Euro), 3 Millionen Rubel (ca. 67.000 Euro) aus dem Budget der Stadt Moskau und 5 Millionen Schweizer Franken(ca. 3 Millionen 283 Tausend Euro) aus dem Budget der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Insgesamt hat die Eurovision Song Contest 2009 in Moskau 40 Millionen US-Dollar gekostet.
Wechselkurs Rubel / Euro
Werbung in Moskau: 5.500 Plakate, ca. 1.200 extra-große Werbewände, Dutzende Spann-Werbebanner schmückten die wichtigsten Magistralen Moskaus.

Video: Die Bühne der Eurovision 2009

Miss World 2008 hieß die Teilnehmer des Eurovision Song Contests in Moskau willkommen

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Die 42 Länder des Eurovision Song Contests 2009 begrüßte Moskau mit netten Plakaten. Jedes Plakat zeigte die nationale Flagge und eine schöne Frau, mit dem für das jeweilige Land typischen Aussehen. Doch in Wahrheit schlüpfte nur eine junge Frau in 42 Rollen. Alle Schönheiten wurden von Miss World 2008 präsentiert – dem russischen Mädchen Xenia Suchinowa (russisch: Ксения Сухинова).

Moderatoren des Eurovision Song Contests 2009 in Moskau

Die Namen der Moderatoren wurden lange geheim gehalten. Am 7. Mai 2009 gab der Generaldirektor des russischen Fernsehsenders „Channel One“ die Namen der vier Moderatoren bekannt.

Die Moderatoren des ersten und zweiten Halbfinale

Natalia Vodianova im weißen Kleid und Andrei Malakhov im Smoking beim 1. Halbfinale der Eurovision 2009

Natalia Vodianova und Andrei Malakhov beim 1. Halbfinale der Eurovision 2009. Foto © Indrek Galetin (EBU)

Natalia Vodianova (russisch: Наталья Водянова)
Mit 16 Jahren wurde Natalia auf der Straße ihrer Heimatstadt Nishnij Nowgorod von einer Modelagentur entdeckt. Inzwischen ist sie eines der bestgebuchten und -bezahlten Top-Models der Welt. Bekannt wurde Natalia unter anderem durch Werbekampagnen von Calvin Klein, Louis Vuitton und L’Oreal. Natalia Vodianova lebt mit ihrem Mann Justin Portman und drei Kindern in New York.

Andrei Malakhov (russisch: Андрей Малахов)
Andrei ist ein in Russland bekannter Fernsehmoderator. Er gilt auch als der stilvollste Mann im russischen Fernsehen. Seit 1996 arbeitet Andrei Malakhov für den Fernsehsender „Channel One“ als Außenkorrespondent und Moderator des Frühstücksfernsehens „Guten Morgen“ (russisch: „Доброе утро“). Er hat auch verschiedene Talk- und Musik-Shows sowie die in Russland beliebte Talk-Show „Lass sie reden“ (russisch: „Пусть говорят“) moderiert.

Die Moderatoren der Grand Prix der Eurovision 2009

Alsou im gelben Kleid und Ivan Urgant im Smoking beim Finale der Eurovision 2009

Alsou und Ivan Urgant beim Finale der Eurovision 2009 Foto © Indrek Galetin (EBU), Alain Douit (EBU)

Alsou (russisch: Алсу)
Die Pop-Sängerin Alsou ist in Russland sehr populär. Sie präsentierte Russland beim Eurovision Contest 2000 mit dem Lied „Solo“ und holte den 2. Platz. Danach hat Alsou ihre Musik-Karriere nicht nur in Russland erfolgreich fortgesetzt, sondern arbeitete auch mit Weltstars wie  Enrique Iglesias, Jon Bon Jovi und Nelly.

Ivan Urgant (russisch: Иван Ургант)
Ivan stammt aus einer bekannten Schauspielerfamilie aus St. Petersburg. Er arbeitete für diverse Petersburger Radio- und Fernsehsender. Danach moderierte er diverse Sendungen beim russischen Hauptsender „Channel One“, darunter die Kochsendung „Smack“ (russisch: „Смак“), „Die zauberhafte Welt von Walt Disney“ (russisch: „Волшебный мир Уолта Диснея“) und „Projektorparishilton“ (russisch: „Прожекторперисхилтон“).

Man in blauer russischer Nationaltracht spielt Balalaika vor dem Chor des Alexandrow Ensembles der Russischen Armee

Balalaikaspieler und Alexandrow Ensemble der Russischen Armee Foto © Indrek Galetin (EBU)

Der Ablauf des Eurovision Song Contests 2009 in Moskau

Erstes Halbfinale

12. Mai 2009, von 21.00 bis ca. 23.00 Uhr CET
(Moskau-Zeit: CET+2)

18 Länder im 1. Halbfinale: Montenegro, Tschechien, Belgien, Weißrussland, Schweden, Armenien, Andorra, Schweiz, Türkei, Israel, Bulgarien, Island, Mazedonien, Rumänien, Finnland, Portugal, Malta, Bosnien.
Übertragung im Fernsehen: live auf PHOENIX (Deutschland); Channel One (Russland / russisch: „Первый канал“)

Matrjoschka Puppe mit blauem Kopftuch als Deko bei der Eurovision 2009

Matrjoschka Foto © Indrek Galetin (EBU)

Zweites Halbfinale

14. Mai 2009, von 21.00 bis ca. 23.00 Uhr CET
(Moskau-Zeit: CET+2)

19 Länder im 2. Halbfinale: Kroatien, Irland, Lettland, Serbien, Polen, Norwegen, Zypern, Slowakei, Dänemark, Slowenien, Ungarn, Aserbaidschan, Griechenland, Litauen, Moldau, Albanien, Ukraine, Estland, Niederlande.
Übertragung im Fernsehen: Zusammenfassung ab 23.00 Uhr im NDR (Deutschland); Channel One (Russland / russisch: „Первый канал“)

Das Moisejew Ballett begeistert mit traditionellem russischem Volkstanz und modernen Interpretationen.
Voller Name der Ballett-Truppe: Das Staatliche Akademische Ensemble des Volkstanzes benannt nach Igor Moisejew.
Russisch: Государственный академический ансамбль народного танца имени Игоря Моисеева

Finale (Grand Prix Eurovision)

16. Mai 2009, von 21.00 bis ca. 00.15 Uhr CET
(Moskau-Zeit: CET+2)

Einen garantierten Platz im Finale haben: Russland (als Gastgeber-Land). Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien (als die größten Beitragszahler). Dazu kommen zehn beste Länder aus jedem Halbfinale. Insgesamt treten 25 Länder im Finale auf.
Übertragung im Fernsehen: live im Ersten (Deutschland) Channel One (Russland / russisch: „Первый канал“)

Die Ergebnisse der Eurovision 2009 in Moskau

Alexander Rybak, der Gewinner der Eurovision 2009, spielt Geige auf der Bühne

Alexander Rybak, der Gewinner des Eurovision Song Contests in Moskau 2009 Foto © Indrek Galetin (EBU)

Der Gewinner des Eurovision Song Contests 2009 in Moskau Alexander Rybak freute sich über ein Rekordergebnis. Mit seinem selbstkomponierten Lied Fairytale (Märchen) verzauberte er Millionen Zuschauer und sammelte 387 Punkte. Dies war die höchste Punktzahl in der Geschichte der Eurovision. 16 Länder gaben Alexander die höchste Wertung von 12 Punkten: Russland, Weißrussland, Deutschland, Holland, Schweden, Dänemark, Spanien, Island, Israel, Litauen, Lettland, Estland, Ukraine, Polen, Slowenien und Ungarn.

Den zweiten Platz beim Eurovision Song Contest in Moskau belegte Yohanna aus Island mit dem Song „Is It True?“ (218 Punkte). Dritte wurde das Duo aus Aserbaidschan AySel & Arash mit dem Lied „Always“ (207 Punkte). Für Russland ging die junge Sängerin mit tiefer Stimme Anastasia Prichodko ins Rennen. Ihr Lied „Mamo“ landete auf dem 11. Platz (91 Punkte).

Video: Auftritt von Alexander Rybak beim Eurovision Song Contest 2009

Über Alexander Rybak, den Gewinner des Eurovision Song Contest 2009

Der charmante Märchenprinz aus Norwegen hat weißrussische Wurzeln. Alexander Rybak wurde in Minsk (Weißrussland) am 13. Mai 1986 in einer Musikerfamilie geboren. Sein Nachname Rybak – bedeutet übersetzt „Fischer“ (russisch: Рыбак). Bereits als 5-jähriger fing Alexander an, Geige und Klavier zu spielen und Lieder zu schreiben. Aufgewachsen in Nesodden bei Oslo, gewann Alexander 2006 die norwegische Talentshow Kjempesjansen.

Alexander Rybak war Konzertmeister des größten Jugendsinfonieorchesters Norwegens. Der junge Sänger arbeitete bereits mit bekannten Musikern wie Morten Harket, der norwegische Pop-Sänger und Frontmann der Band a-ha. Ende Mai 2009 erschien das Debütalbum von Alexander Rybak „Fairytales“in Deutschland. In kürzester Zeit wurde Alexander Rybak’s selbstkomponiertes Lied „Fairytale“ ein absoluter Download-Hit im Internet. Es war in mehreren Ländern unter den Top-10 Single Charts bei iTunes.

Alexander Rybak spricht fließend Russisch und musste seine Russischkenntnisse bei zahlreichen Interviews in Moskau unter Beweis stellen. „Bitte sprechen Sie mit mir so als wäre ich ein achtjähriges Kind“, – bat Alexander russische Journalisten. Auf der Bühne in Moskau sprach Alexander Rybak erst Norwegisch und sagte dann auf Russisch: „Спасибо вам большое! Вы самая лучшая публика в мире!“ („Vielen Dank Euch allen! Ihr seid das beste Publikum der Welt!) (siehe Video oben).

Kurze Zusammenfassung aller Lieder des Grand Prix des Eurovision Song Contests 2009

Russland beim Eurovision Song Contest

2015 Wien: Polina Gagarina – A Million Voices
2014 Kopenhagen: Die Tolmachevy Schwestern – Shine
2013 Malmö: Dina Garipowa – „What if“
2012 Baku: Buranowskije Babuschki – „Party for Everybody“ – Platz 2
2011 Düsseldorf: Alexey Vorobyov (Alex Sparrow) – „Get You“ – Platz 16
2010 Oslo: The Peter Nalitch Band – „Lost And Forgotten“ – Platz 11
2009 Moskau: Anastasia Prikhodko – „Mamo“ – Platz 11
2008 Belgrad: Dima Bilan – Believe – Platz 1
2007 Helsinki: Girl-Band Serebro – „Song#1“ – Platz 3
2006 Athen: Dima Bilan – „Never Let You Go“ – Platz 2
2005 Kiew: Natalia Podolskaya – „Nobody hurt Noone“ – Platz 15
Russland beim Eurovision Song Contest im Überblick

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