Russland beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo, Norwegen

Peter Nalitch und Freunde – Platz 11 (90 Punkte)

Eurovision Song Contest 2010Die „Peter Nalitch Band“ präsentierte Russland Russland beim 55. Eurovision Song Contest in Oslo. Die sechs Jungs sangen eine Ballade auf Englisch mit dem Titel „Lost and Forgotten“. „Wir wissen, dass unser Kollektiv nicht ganz zum Format vom Eurovision Song Contest passt. Doch wir wollen zeigen, dass die Musikrichtung Schlager vielfältiger ist,“ so Peter Nalitch in einem Interview.

Insgesamt nahmen 39 Länder am Eurovision Song Contest 2010 teil. Russland trat als Nummer zwei im ersten Halbfinale am 25. Mai 2010 auf und wurde für das Finale qualifiziert. Im Finale am 29. Mai 2010 traten 25 Länder gegeneinander an. Russland kam als Nummer 20 auf die Bühne.

Russland sammelte 90 Punkte und landete auf Platz 11. Die Deutschen und die Schweizer hat der russische Auftritt offensichtlich nicht überzeugt. Deutschland und die Schweiz gaben den russischen Jungs keine Punkte. 12 Punkte für Russland gab es nur von Weißrussland. Armenien, Estland, Israel, Moldawien und die Ukraine unterstützten Russland mit je 10 Punkten.

Peter Nalitch – ein russisches Internet Phänomen und ein echter Volksstar

In Russland wurde Peter Nalitch durch Youtube bekannt. 2007 stellte Peter sein selbstkomponiertes Lied „Gitar“ ins Internet. Das auf Nalitch‘s Datscha gedrehte Amateurvideo wurde im russischen Youtube innerhalb von wenigen Monaten mehrere Tausend Mal abgerufen. Im November 2007 konnten die Fans Peter Nalitch zum ersten Mal bei einem Live-Auftritt erleben und waren begeistert. Seit Anfang 2008 tritt Peter mit seiner Band in ganz Russland mit Konzerten auf. Im Sommer 2008 begleiteten die Jungs die russischen Mannschaften bei den Olympischen Spielen in Peking und bei der Fussball Europameisterschaft.

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Die russischen Fans lieben ihren Petja (Kosename für Peter, auf Russisch „Петя“) für seine lockere, witzige und ungezwungene Art. Im Gegensatz zu vielen anderen russischen Sängern, wie Dima Bilan, versucht Peter nicht, cool zu sein oder mit schicken Klamotten zu beeindrucken. Er bleibt ein netter Junge von Nebenan und scheint das Musik-Business nicht ganz ernst zu nehmen. Nicht zuletzt deswegen setzten sich Peter und seine Freunde im russischen Vorentscheid am 7. März 2010 gegen bekannte russische Künstler durch.

Als Peter Nalitch bei der Pressekonferenz zum Eurovision Song Contest in Oslo gefragt wurde, warum er am Contest teilnehmen möchte, sagte er „Weil ich es mag! Weil es der größte Contest von populären Songs ist. Und wir hoffen, dass unsere Musik populär ist. Also haben wir entschieden, mitzumachen und unser Bestes zu geben, um unsere Musik zu präsentieren.“ Die Gewinnchancen von seiner Band beim Eurovision Song Contest schätzt Peter als „gut“ ein mit der Begründung: „weil unser Lied gut ist, weil wir gut singen… und deswegen denke ich, dass die Jury und das Publikum gut zu uns sein werden.“

Die Band: Peter Nalitch und seine fünf Freunde

Die Band rund um den Sänger und Songschreiber Peter Nalitch heißt eigentlich „Das Musikalische Kollektiv von Peter Nalitch“ (auf Russisch: „Музыкальный коллектив Петра Налича“, oder abgekürzt – МКПН). Beim Eurovision Song Contest werden die sechs Jungs als „The Peter Nalitch Band“ oder „Peter Nalitch & Friends“ bezeichnet.

Die Musik von Peter Nalitch und seiner Band kann auf der offiziellen Webseite im Internet kostenlos angehört oder heruntergeladen werden. Die Künstler finanzieren sich durch Spenden und Live-Auftritte.

Mitglieder der Peter Nalitch Band:

  1. Peter Nalitch (russisch: Петр Налич) – Sänger, Texter, Klavier, Akkordeon
  2. Sergei Sokolow (russsich: Сергей Соколов) – Dombra (russisches Saiteninstrument), Vokalist
  3. Kostja Schwezow (russisch: Костя Швецов) – E-Gitarre
  4. Jura Kostenko (russisch: Юра Костенко) – Saxofon, Flöte
  5. Dima Simonow (russisch: Дима Симонов) – Bass-Gitarre
  6. Denis Marinkin (russisch: Денис Маринкин) – Schlagzeug
Über Peter Nalitch
Voller Name Pjotr Andrejewitsch Nalitch
(russisch: Пётр Андреевич Налич)
Geboren 30. April 1981 in Moskau, Russland
Familie Ehefrau Natalia, Tochter Warja
Ein Vorfahre von Peter kam aus Bosnien und war Opernsänger an der Belgrader Oper.
Ausbildung Moskauer Architektur Institut
Merzlyakovsky Musikschule, Ausbildung zum lyrischen Tenor
Erster Erfolg Lied „Gitar“, Jahr 2007
Musikrichtung „lustige baburi“ (russisch: Весёлые бабури). Peter Nalitch bezeichnet seine Musikrichtung mit dem selbst erfundenen Wort „baburi“.

Video: Peter Nalitch und Freunde singen für Russland beim Eurovision Song Contest 2010

Songtext: „Lost And Forgotten“, The Peter Nalitch Band

Text und Musik: Peter Nalitch

Would you believe
Lord of mercy
would you be… saa… Lord-Lord

I wanna love her now
And I wanna fill that now…
All of those kisses and sweet embraces

Here am I, lost and forgotten
,
For this cruel-cruel time when I’m first time in love
Now that is why I say Lord of mercy
And I hope now that you here me
Oh yeah…

– What are you doing man?
– I’m looking at her fotos, what should I do with them
?
– Drop them into the fire
– Oh yeah, I gonna burn ‚em now
Cause I have to forget you now
As all, as all those kisses and sweet embrases

Here am I, lost and forgotten
,
For this cruel-cruel time when I’m first time in love
Now that is why I say Lord of mercy
And I hope now that you here me
Oh bring her back to me!

Russland beim Eurovision Song Contest

2016 Stockholm: Sergey Lazarev – You Are The Only One – Platz 3
2015 Wien: Polina Gagarina – A Million Voices – Platz 2
2014 Kopenhagen: Die Tolmachevy Schwestern – Shine – Platz 7
2013 Malmö: Dina Garipowa – „What if“ – Platz 5
2012 Baku: Buranowskije Babuschki – „Party for Everybody“ – Platz 2
2011 Düsseldorf: Alexey Vorobyov (Alex Sparrow) – „Get You“ – Platz 16
2010 Oslo: The Peter Nalitch Band – „Lost And Forgotten“ – Platz 11
2009 Moskau: Anastasia Prikhodko – „Mamo“ – Platz 11
2008 Belgrad: Dima Bilan – Believe – Platz 1
2007 Helsinki: Girl-Band Serebro – „Song#1“ – Platz 3
2006 Athen: Dima Bilan – „Never Let You Go“ – Platz 2
2005 Kiew: Natalia Podolskaya – „Nobody hurt Noone“ – Platz 15
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