Internationales Wirtschaftsforum in St. Petersburg
4. - 6. Juni 2009
Jedes Jahr im Juni kommen führende Vertreter der Wirtschaft und Politik aus Russland und der ganzen Welt nach St. Petersburg, um über die aktuellen Entwicklungen in der Weltwirtschaft zu diskutieren. Das XIII. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum 2009 stand im Zeichen der globalen Weltwirtschaftskrise. Ein Highlight des Forums war die Rede des russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew zum Thema "Russland in der Welt nach der Krise" (russisch: "Россия в посткризисном мире").
Man gehe davon aus, dass Russland seine Probleme schneller als gedacht überwinden wird. Noch sei es aber zu früh, Champagner zu trinken, so Medwedew. Die Teilnehmer des Wirtschaftsforums waren sich einig: so wie bisher, kann es nicht weiter gehen. Die Welt braucht neue Wirtschaftsführer und neue Spielregeln. Der russische Präsident sprach über eine "Neuordnung" der Welt. Nach der Wirtschaftskrise werden andere Länder die Hauptrolle in der Weltwirtschaft übernehmen. Neue Wirtschaftsführer und neue Business Modelle werden sich allerdings erst einmal beweisen müssen. In Russland sieht man die Krise auch als eine Chance, die Wirtschaft zu modernisieren und setzt auf innovative Technologien.
Neue Technologien sollen auch der Entwicklung der Landwirtschaft in Russland zu Gute kommen. Heute gehört Russland zu den größten Getreideproduzenten weltweit und ist einer der drei Weltmarktführer beim Export von Weizen. Die Hauptaufgabe führender Getreide-Exporteure sei es, für angemessene Preise auf dem Lebensmittelmarkt zu sorgen. Russland will seine Getreideproduktion erhöhen und seine führende Rolle beim Getreideexport weiter ausbauen.
Energie und Energieversorgung zählten zu den Schwerpunkten des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Zur Abstimmung stand die Frage "Wie teuer soll das Erdöl sein?". Die Teilnehmer halten die Preise zwischen 70 und 90 US-Dollar pro Barrel für angemessen. Am Tag nach der Abstimmung freute sich der russische Präsident über gestiegene Ölpreise und meinte, die Märkte hätten auf die Ergebnisse der Abstimmung bereits reagiert. "Vielleicht wird der Ölpreis bald auf 70 Dollar pro Barrel steigen," - sagte Medwedew.
Vor allem sprachen die Teilnehmer des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums über neue Wege zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise. Im Mittelpunkt stand dabei die Rolle Russlands bei der Krisenbewältigung.
St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum 2009: Auszüge aus dem Programm
Das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum 2009 ist in drei große Blöcke unterteilt:
- Die Eröffnung des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums am 4. Juni
Am ersten Tag finden drei Business-Dialoge statt:
- Business-Dialog "Russland - die arabische Welt"
Die Geschäftskontakte zwischen Russland und den arabischen Staaten haben sich in letzer Zeit verbessert. Erfolgreich entwickelt sich die Zusammenarbeit in den Bereichen Öl und Gas, Tourismus, Immobilien sowie Messe- und Kongresswirtschaft. Doch es gibt noch viel Potential. Es wird über die Realisierung folgender Projekte diskutiert: die Schaffung einer Russisch-Arabischen Bank, eines Russisch-Arabischen Investitionsfonds, der Gründung eines "Arabischen Hauses in Moskau", etc.
- Business-Dialog "Russland - EU"
Neue Formen der Zusammenarbeit sollen die strategische Partnerschaft zwischen Russland und der Europäischen Union sichern. Die globale Weltwirtschaftskrise lässt keine Zeit für lange Diskussionen. Gesucht werden praktische Antworten auf folgende Fragen:
- Wie kann man freien Geldfluss und Investitionen in Russland und Europa gewährleisten?
- Wie kann man die globale Finanzkrise bekämpfen und nationale Interessen einzelner Staaten berücksichtigen?
- Was sind die Gefahren staatlicher Rettungspakete?
- Business-Dialog "Russland - USA"
"Wirtschaftskooperationen als Grundstein zum "Neustart" der russisch-amerikanischen Beziehungen". Ist eine freie Wirtschaftszone zwischen Russland und den USA eine Fantasie oder reale Perspektive? Können neue Geschäftskontakte das angespannte Verhältnis zwischen Russland und den USA lockern?
- Der Wirtschaftstag auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum am 5. Juni 2009
- Rede des russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew
Ausführliche Informationen über den Präsidenten der Russischen Föderation
- Wie teuer ist das Erdöl?
Die Rolle von Energiereserven, Prognosen für die Nachfrage; Zukunftsperspektiven von alternativen Kraft- und Brennstoffen. Ist das Erdöl eine gute Geldanlage? Russlands Beitrag zur Energiesicherheit der Welt.
Verleihung des Internationalen Preises "Globale Energie".
- Regierungsprogramme zur Krisenbewältigung
- Neues Modell der Marktwirtschaft und langfristige Folgen der Finanzkrise
- Die Macht der Innovationen: Wann kommt die Zukunft?
Sind innovative Technologien eine solide Basis für die Wirtschaft von morgen? Welche Branchen werden nach der Krise Markführer werden? Was müssen Technologieunternehmen tun, und was können Konsumenten erwarten? Wie können Russland und andere Länder den Fortschritt im Bereich innovative Technologien fördern?
- Die Wirtschaftskrise und neue Gefahren für die globale Sicherheit.
Die Piraterie des 21. Jahrhunderts.
- Moderne Logistiksysteme
Neue Wirtschaftsbeziehungen zwischen Westeuropa und Asien erfordern neue Logistikkonzepte. Besonders wichtig dabei sind moderne, hochqualitative und vor allem schnelle Transportwege. Eine unzureichende Transportinfrastruktur in Russland muss deutlich ausgebaut werden. Die Teilnehmer diskutieren unter anderem über die Erweiterung des Transportnetzes in russischen Regionen, über die Einführung einer LKW-Maut für ausländische Fahrzeuge, über Erleichterungen beim Frachttransport über das russische Schienennetz u. v. m.
- Die GUS-Länder - eine wirtschaftliche Partnerschaft
Die neue Zollunion von Russland, Weißrussland und Kasachstan und ihre Auswirkungen auf die Bewältigung negativer Folgen der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise. Diskussion über die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der GUS-Länder bis 2020.
- Steigerung der Produktivität in Russland
Neue Investitionen und eine Erhöhung der Produktivität sind wichtige Faktoren des Wirtschaftswachstums. Was sind die Gründe einer niedrigen Produktivität in Russland? Was können die Regierung und die Wirtschaft gemeinsam tun, um das Potential von Russland optimal zu nutzen?
- Vom Vertrauen in das Kapital bis zur Kapitalisierung des Vertrauens
Die Finanzkrise hat gezeigt, dass die Wirtschaft einzelner Länder mehr als vermutet voneinander abhängig sind. Die internationalen und nationalen Finanzinstitute müssen an moderne Anforderungen angepasst werden. Eine Diskussion über ein neues Finanz- und Wirtschaftssystem.
- Der Finanztag auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum am 6. Juni 2009
- "Die Finanzarchitektur nach der Krise"
Eine Diskussion über die Reformen des globalen Finanzsystems und eine neue Finanzregulierung.
- Restrukturierung von Finanzinstituten (in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank)
Die Zukunft der globalen Finanzarchitektur aus Sicht von Finanzinstituten.
- Finanzmärkte: Risiken und Regulierung
Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden einzelner Staaten. Schaffung neuer unabhängiger Rating Agenturen.
- Internationale Finanzzentren: Erfahrung und Perspektiven
Was zeichnet ein führendes Finanzzentrum aus? Welche Rolle kann Moskau als regionales Finanzzentrum in Zukunft spielen?
- Die Zukunft von Reservewährungen
Russland und die meisten anderen Staaten investieren in internationale Währungen. Aber sind diese Investitionen sicher? Die Rolle und Perspektiven von Reservewährungen. Kann der russische Rubel eine Reservewährung werden?
Aktueller Wechselkurs Rubel / Euro / US-Dollar
- Projektfinanzierung in Zeiten der Finanzkrise
Die Banken können langfristige (über 5 Jahre) Projekte kaum finanzieren. In Russland spürt man die Zurückhaltung der Banken und sucht neue Lösungen. Die Teilnehmer diskutieren unter anderem über staatliche und private Garantien für Investitionen, über verschiedene Instrumente der Export-Finanzierung sowie über staatliche Finanzierung von großen Infrastrukturprojekten.
- Die Zukunft von Zahlungssystemen
Neue Technologien verändern die internationale Zahlungsindustrie. Wie sollen sich globale Zahlungssysteme weiterentwickeln? Können Innovationen in diesem Bereich auch den Bankensektor positiv beeinflussen?
- "Die Wiederbelebung der globalen Wirtschaftsaktivität: Wann und Wo? Die Sichtweise von Wirtschaftsvertretern und Analysten."
Wie lange dauert die globale Wirtschaftkrise noch an? Wie werden sich führende Regionen und Länder nach der Krise entwickeln? Neue Wirtschaftsführer: Länder, Regionen, Branchen. Szenarien für die Entwicklung der Weltwirtschaft und Prognosen für die Regeneration der wichtigsten Märkte.
- Die Zukunft von Großstädten: Wir bereiten uns auf das Wirtschaftswachstum vor
Lokale Regierungen in Russland nutzen die Krisenzeit und entwickeln neue Muster-Konzepte, die russische Städte in Zukunft attraktiver machen und ein dynamisches Wachstum fördern sollen.
Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg wird von einem umfangreichen Kulturprogramm begleitet. Die Teilnehmer können Oper- und Ballettaufführungen sowie die Ausstellung "Russische Monarchen. Die Romanow-Dynastie" besuchen. Ein besonderes Geschenk an alle Gäste von
St. Petersburg ist ein Konzert der britischen Pop-Band "Duran Duran" und der US-Sängerin Anastacia auf dem Schlossplatz am 4. Juni 2009.
Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg findet im Messe- und Ausstellungskomplex "LenExpo" statt.
Adresse: Bolschoj prospekt W.O. 103, 199106, St. Petersburg, Russland
(auf Russisch: Большой пр. В.О. 103, 199106, Санкт-Петербург, Россия)
Weitere Informationen zu Russland Wirtschaft:
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Regionen in Russland
Regionale Unterschiede in Russland sind groß. Wer in Russland erfolgreich arbeiten will, sollte den Standort sorgfältig wählen.
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Nur wer sich gut vorbereitet kann den russischen Markt erfolgreich erschließen und von der boomenden Wirtschaft in Russland profitieren.
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Russland-Kenner sind sich einig: Trotz der weltweiten Finanzkrise bietet die russische Wirtschaft weiterhin gute Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen.
Informationen zu Russland Visa
Wer in Russland noch nicht unternehmerisch tätig ist, kann mit einem Touristen-Visum nach Russland reisen. Laptop und Handy können nach Russland eingeführt werden.
Wechselkurs Rubel/ Euro/ Dollar
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