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Alexander Puschkin

Alexander Puschkin (1799 - 1837)

"In ihm spiegeln sich die russische Natur, die russische Seele, die russische Sprache, der russische Charakter in solcher Klarheit, in solcher reinen Schönheit, wie sich eine Landschaft in der gewölbten Fläche eines optischen Glases spiegelt."
(Nikolai Gogol, russischer Schriftsteller)

Alexander Sergeewitsch Puschkin (russ.: Александр Сергеевич Пушкин) ist der größte Dichter Russlands. Seine Werke hatten einen enormen Einfluss auf die moderne russische Literatur und auf die Arbeiten von Fjodor Dostojewski, Leo Tolstoi, Nikolai Gogol, Anton Tschechow und anderen russischen Klassikern. Für die Russen bedeutet Puschkin mindestens so viel wie Goethe für die Deutschen oder Shakespeare für die Engländer.

Mit genialer Leichtigkeit schrieb Puschkin über das Leben der Aristokraten genauso wie über die Sorgen der kleinen Leute seines geliebten Russlands. Doch das ist die Persönlichkeit Puschkins, die sich in jeder Strophe offenbart und seine Werke so einzigartig und faszinierend macht.

In Puschkins Gedichten lernt der Leser einen leidenschaftlichen, spöttischen und selbstironischen jungen Mann kennen, der sich mit den ewigen Fragen des Lebens beschäftigt. Vor einundeinhalb Jahrhunderten ist es Puschkin gelungen, seine Gedanken so klar und lebendig auszudrücken, dass junge Leute von heute leicht ihre Gedanken darin erkennen können.

Drei Gedichte von Alexander Puschkin im Original geniessen:
zum Anhören und Mitlesen

Liv Tylor als Tatjana im Film "Onegin" (1999)
Die bekanntesten Werke von Alexander Puschkin:

Deutscher Titel

Russischer Titel

Erscheinungsjahr

Ruslan und Ljudmila

Руслан и Людмила

1820

Der Gefangene im Kaukasus (auch "Der Berggefangene")

Кавказский пленник

1821

Die Raubbrüder

Братья разбойники

1822

Die Fontäne von Bachtschissaraj (auch "Der Springbrunnen von Bachtschissaraj")

Бахчисарайский фонтан

1823

Die Zigeuner

Цыганы

1824

Boris Godunow

Борис Годунов

1825

Der Schneesturm

Метель

1829

Die kleinen Tragödien
(Sammelbezeichnung für vier Dramen):

  • Der geizige Ritter
  • Mozart und Salieri
  • Der steinerne Gast
  • Das Fest während der Pest (auch "Das Gelage während der Pest")

Маленькие трагедии
(цикл из четырех драм):

  • Скупой рыцарь
  • Моцарт и Сальери
  • Каменный гость
  • Пир во время чумы

1830

Das Märchen vom  Popen und seinem Knecht Balda

Сказка о попе и о работнике его Балде

1830

Jewgenij Onegin (oder Eugen Onegin). Ein Roman in Versen

Евгений Онегин

1831

Das Märchen vom Zaren Saltan

Сказка о царе Салтане

1831

Die Meerjungfrau

Русалка

1832

Dubrowskij (unvollendet)

Дубровский

1832

Das Märchen vom goldenen Hahn

Сказка о золотом петушке

1834

Pique Dame

Пиковая дама

1834

Der eherne Reiter. Petersburger Erzählungen

Медный всадник

1834

Die Erzählungen Belkins (auch "Powesti Belkina")

Повести Белкина

1834

Das Märchen vom Fischer und dem Fischlein

Сказка о рыбаке и рыбке

1834

Die Hauptmannstochter

Капитанская дочка

1836

...sowie unzählige Gedichte (vor allem bekannte sind Puschkins
Liebesgedichte)

Kupferstich von E. Geitmann

Über Alexander Puschkin

Alexander Puschkin wurde am 6. Juni 1799 in Moskau geboren. Väterlicherseits stammte er aus einem alten Adelsgeschlecht. Sein Urgroßvater mütterlicherseits war ein äthiopischer Sklave, der dem Zaren Peter dem Großen geschenkt und sein Patenkind wurde. Puschkins afrikanisches Bluterbe machte sich vor allem in seinem Temperament und lockigem Haar bemerkbar. Sonst war er blauäugig und dunkel blond.

Wie damals bei den russischen Adeligen üblich, sprach, lass und schrieb Puschkin als Kind vorwiegend auf Französisch. Doch sein Kindermädchen Arina Rodionowna erzählte ihm auch viele altrussische Märchen und Sagen, was sich vor allem in Puschkins späteren Werken bemerkbar machte.

1811 wurde Puschkin in das neue Elite Lyzeum in Zarskoje Selo (heute Puschkin) bei St. Petersburg aufgenommen. Beeinflusst von den Ideen der Französischen Revolution, strebte Puschkin nach Freiheit und Gleichheit für alle.

Puschkin, Selbstportrait 1829

Nach dem Abschluss des Lyzeum 1817 blieb Puschkin in St. Petersburg und wurde pro forma als Beamter im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten angestellt. Er ging oft ins Theater, wurde aktiver Mitglied literarischer Gesellschaften Arsamas und Die Grüne Lampe und setzte sich für die Weiterentwicklung der russischen Sprache ein. 

In dieser Zeit schrieb Puschkin meist lebensfrohe Gedichte, Märchen, Balladen und sein romantisches Verseepos "Ruslan und Ljudmila"(1820). 

Dafür, dass Puschkin in seinen politischen Spottgedichten und Epigrammen den Zaren und einige Minister kritisierte, wurde er im Sommer 1820 nach Südrussland verbannt.  Inspiriert von der traumhaften Natur und Werken des englischen Dichters Byron kreierte Puschkin hier seine romantische Poeme "Der Gefangene im Kaukasus", "Die Zigeuner" und "Die Raubbrüder". Das sind Geschichten über enttäuschte Menschen, die auf der Suche nach Freiheit von der Zivilisation in die Wildnis fliehen. Doch da finden sie eine fatale Liebe, unlösbare Probleme und neue Enttäuschungen.

I. Aiwasowski und I. Repin. Puschkins Abschied vom Meer. 1887

Da Puschkin sich in der Zeit sehr oft verliebte, schrieb er auch viele Liebesgedichte. 1823 begann er sein Verseepos "Jewgeni Onegin".

1824 wurde Puschkin aus dem Ministerium entlassen und auf das Gut seiner Eltern geschickt. Hier litt der Dichter besonders an der Einsamkeit und führte einen intensiven Briefwechsel mit seinen Freunden in St. Petersburg.  Er hielt auch Kontakt zu so genannte Dekabristen - jungen adeligen Rebellen, die im Dezember 1825 aus Protest gegen das absolutistische Regime dem neuen Zaren den Eid verweigerten und dafür später gehängt oder nach Sibirien verbannt wurden.

1825 schrieb Puschkin sein erstes historisches Verseepos "Boris Godunow".

Nach dem Tod des Zaren Alexander I. Ende 1825 wurde Puschkin begnadigt und durfte wieder nach Moskau und 1827 auch nach St. Petersburg zurückkehren. Der neue Zar Nikolai I. hielt Puschkin für "den klügsten Mann Russlands" und wurde sein persönlicher Zensor. Doch da Puschkins Verbindung zu Dekabristen bekannt war, wurde nicht nur seine Arbeit, sonder auch sein Leben streng überwacht, was den Freiheit liebenden Dichter sehr belastete.

Die drei Monate, die Puschkin im Herbst 1830 auf seinem Familiengut in Boldino verbrachte, waren sehr produktiv. Dort beendete er "Jewgeni Onegin", schrieb seine erste Erzählung in Prosa "Die Erzählungen Belkins", kreierte "Die kleinen Tragödien" sowie viele Gedichte.

Natalia Gontscharowa

1831 durfte Puschkin endlich Natalia Gontscharowa heiraten, um deren Hand er lange geworben hat, und hatte mit ihr vier Kinder. Doch leider konnten die Puschkins nicht ungestört ihr Familienglück genießen. Beeindruckt von der Schönheit Natalias wünschte der Zar, sie öfter am Hof zu sehen. Indem er 1833 Puschkin zum Kammerjunker machte, verpflichtete der Zar den Dichter an den Hoffestlichkeiten teilzunehmen.

Das war schwere Zeit für Puschkin. Seine Veröffentlichungen wurden nicht mehr gut verkauft, und die finanzielle Lage verschlechterte sich. Nur dank Unterstützung Gontscharowas Verwandtschaft, konnte sich das Paar das teuere Leben in der Hauptstadt leisten. Zudem war das leichtsinnige und voller Intrigen Hofleben für Puschkin sehr belastend. Er litt auch öfter an Eifersucht.

1837 kam es infolge einer Intrige zu einem Duell mit dem französischen Emigranten und Gardeoffizier Baron Georges d'Anthes. Puschkin wurde tödlich verletzt und starb zwei Tage später, am 10. Februar, in seiner Petersburger Wohnung. Die Nachricht über seinen Tod verbreitete sich schnell, und Tausende Menschen kamen, um sich vom genialen Dichter zu verabschieden. Aus Angst vor Unruhen liess die Regierung seinen Leichnam in die Provinz überführen. In aller Stille wurde Puschkin im Swjatogorsky Kloster bei Pskow begraben.

Viele Werke Puschkins wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Russische Klassiker:

Alexander Puschkin:
Roman in Versen: Jewgenij Onegin
3 Gedichte von Puschkin zum Anhören und geniessen

Iwan Gontscharow:
sein "Oblomow" erregte in ganz Russland viel Aufsehen
Fjodor Dostojewski:
erforschte die Natur des Menschen
Leo Tolstoi:
großer russischer Schriftsteller und Philosoph
Anton Tschechow:
seine Dramen zählen zu den meistgespielten Theaterstücken weltweit
Michail Bulgakow:
sein Roman "Der Meister und Margarita" ist in Russland Kult

Jewgeni Onegin von Alexander Puschkin
Jewgeni Onegin, Buch
Der Verseroman "Jewgeni Onegin" (1823-1830) ist das bekannteste Werk Puschkins. In dem Roman "spiegelt sich das Jahrhundert und der moderne Mensch". Eigens für diesen Roman wurde die so genannte Onegin-Strophe geschaffen.
EUR 9,00 kaufen
Eugen Onegin, 4 Audio-CDs
Puschkins Roman gelesen von Jan Josef Liefers, der für seine Hauptrolle in "Das Wunder von Lengede" den Adolf-Grimme- Preis und den Bambi erhielt.
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Onegin, DVD
Die Verfilmung von Puschkins Roman mit Ralph Fiennes als Onegin und Liv Tyler als Tatjana.
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Eugen Onegin, Oper von Peter Tschaikowsky (Doppel-CD)
Künstler: Focila, Borodina, Hvorostovsky, Shicoff, Bychkov u a.
EUR 16,95 kaufen
Eugen Onegin, Oper von Peter Tschaikowsky (2 DVDs)
Live-Mitschnitt der Aufführung im Bolshoi Theater, Moskau, am 18. Oktober 2000. Mit Vladimir Redkin als Onegin und Maria Gavrilova als Tatjana.
EUR 35,99 kaufen
Werke von Alexander Puschkin
Pique Dame. Meistererzählungen. (4 Audio CDs in Geschenk-Verpackung)
In Pique Dame geht ein Offizier dem Geheimnis von drei gewinnbringenden Spielkarten nach. Abenteuerlich und leidenschaftlich – und dabei in einer Sprache von genialer Klarheit: Puskins Erzählungen sind nicht nur spannend, sondern auch ungeheuer modern.
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Gedichte (Broschiert)
Eine repräsentative Auswahl von 60 Gedichten, die alle Perioden des lyrischen Werkes umfaßt. Mit der Spannweite seiner Themen und seiner Formkunst zählt es zu den höchsten Leistungen der Weltliteratur.
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Liebesgedichte (Broschiert)
Der Band stellt über 100 Gedichte vor, die das Thema Liebe in allen Varianten - von heißester Sinnlichkeit bis zu scheuer Verehrung, von Werbung bis Verzicht, von jubelnder Freude bis zu trauerndem Gedenken - behandeln.
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Der eherne Reiter. Petersburger Erzählungen (Broschiert)
In diesem Band ist Puschkin als Dichter und Prosaist vertreten ebenso wie der ernste und der heitere Puschkin. Ganz oder teilweise in Petersburg spielen die berühmten Novellen "Der Postmeister", "Pique Dame" und die amüsante Anekdote "Häuschen in Solomna".
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Die Hauptmannstochter
Dieser historische Roman zeigt wie die Lebenswege des Aufständischen Pugatschow und eines adligen Offiziers auf schicksalhafte Weise miteinander verknüpft werden. Puschkins Roman gilt als der wichtigste Vorläufer von Tolstois "Krieg und Frieden."
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