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Stadtgründer Tatischew und de Gennin

Jekaterinburg: Geschichte

Die Geschichte von Jekaterinburg begann im frühen 18. Jh. Auf Befehl des Zaren Peter des Großen fing man im Frühjahr 1723 an, am Fluss Isset (russ.: Исеть) das damals größte Hüttenwerk Russlands zu bauen. Parallel entstanden massive Festungsanlagen, um das wichtige Bauprojekt und die dazugehörige Siedlung zu schützen.

Da Peter dem Großen viel daran lag, Russland den Europäischen Standards anzupassen, wurde die neue Stadt mit der Festung nach den letzten Erkenntnissen des Militärbaus aus dem Abendland angelegt. Nach der Fertigstellung war das Hüttenwerk der weltweit modernste Betrieb der Metallindustrie.

Seinen Namen erhielt Jekaterinburg zu Ehren der Zarin Katharina I. (1684 - 1727) und der heiligen Katharina, der Schutzpatronin der Bergarbeiter. (Der Name Katharina wird auf Russisch als Jekaterina ausgesprochen (russ.: Екатерина))

1725 wurde in Jekaterinburg eine Münzwerkstatt eröffnet, die eineinhalb Jahrhunderte lang das Russische Reich mit Kupfermünzen versorgte.
1726 folgte eine Granit-Werkstatt, die Edelsteine aus dem Uralgebirge zu Schmuckstücken verarbeitete und diese nicht nur nach St. Petersburg, sondern auch in viele Europäische Hauptstädte schickte.

1781 wurde Jekaterinburg Hauptstadt der anliegenden Region, musste aber diesen Status von 1796 bis 1919 an Perm (russ.: Пермь) abgeben.

Anfang des 19. Jahrhundert wurden im Ural riesige Goldvorkommen entdeckt. Man fand auch Smaragd, Saphir, Aquamarin, Diamanten sowie andere Edel- und Halbedelmetalle. So wurde Jekaterinburg zu einem der wichtigsten Zentren der Edelmetallverarbeitung der Welt.

Der Eisenbahn-Boom des 19. Jahrhunderts spielte in der Weiterentwicklung von Jekaterinburg eine wichtige Rolle. Durch die Stadt wurden Einsenbahnlinien verlegt, die von Perm zu der Industriestadt Nizhny Tagil führten. Über die Handelsstadt Tscheljabinsk erhielt Jekaterinburg Anschluss an die
Transsibirische Eisenbahn. Dies machte Jekaterinburg zu einem wichtigen Verkehrsknoten des Urals.

Zar Nikolaus II. mit Familie

Weltbekannt wurde Jekaterinburg durch ein tragisches Ereignis: In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1918 erschossen die Bolschewiken hier den letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seine gesamte Familie. Im Juli 1998 wurden die sterblichen Überreste der Zarenfamilie von Jekaterinburg nach St. Peterburg überführt und dort in Gegenwart des damaligen Präsidenten Boris Jelzin in der Peter-und-Paul-Kathedrale feierlich beigesetzt.

1924 wurde Jekaterinburg zu Ehren eines wichtigen sowjetischen Staatsmanns Jakow Swerdlow (1885-1919) in Swerdlowsk umbenannt. Trotzdem die Stadt seit 1991 wieder Jekaterinburg heißt, trägt die Region immer noch den sowjetischen Namen Swerdlowsk. 

Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) spielte Jekaterinburg in Russland eine Schlüsselrolle. Da die Stadt von der Front weit entfernt war, wurden viele wichtige Industriebetriebe hierher evakuiert. In der Stadt stellte man Waffen her und verpflegte die Verwundeten. Auch Schätze der St. Petersburger Eremitage wurden in Jekaterinburg in Sicherheit gebracht.

In den 60er Jahren ist Jekaterinburg schnell gewachsen und erreichte 1967 eine Million Einwohner. Derzeit wohnen in Metropole am Ural über 1,5 Millionen Menschen.

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