Jekaterinburg

(russisch: Екатеринбург)

Jekaterinburg (ehem. Swerdlowsk) liegt in Ural (Sibirien) und ist eine der wichtigsten Stationen der Transsibirischen Eisenbahn (Transsib). Unweit von Jekaterinburg verläuft die imaginäre Grenze zwischen Europa und Asien.

Jekaterinburg ist einer der 11 Austragungsorte der Fußball WM 2018 in Russland.
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Jekaterinburg ist eine bedeutende Industrie-, Finanz- Universitäts- und Kulturmetropole des Urals und Hauptstadt der Swerdlowskaja Region. Nach Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk ist Jekaterinburg die viertgrößte Stadt Russlands mit 1.428.262 Einwohner (Januar 2015). Trotz seiner Größe hat die Metropole das charmante Flair und die Freundlichkeit einer Provinzstadt.

Jekaterinburg ist über 290 Jahre alt und hat viele schöne historische Gebäude, mehrere Theater, Museen, Clubs und Restaurants. Außerdem ist das ein wichtiger Forschungsstandtort Russlands mit zwei Universitäten und Hunderten Forschungsinstituten- und Organisationen.

Weltbekannt wurde Jekaterinburg durch ein tragisches Ereignis: In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1918 erschossen die Bolschewiken hier den letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seine gesamte Familie.

Jekaterinburg ist Geburtsort des ehemaligen Präsidenten der Russischen Föderation Boris Jelzin.

Nützliche Informationen:

Für ein Telefonat nach Jekaterinburg wählt man +7 – 3432 – Rufnummer.
Vorwahlen zum Telefonieren nach Russland
Zeitunterschied: Berlin +5 Std. in der Winterzeit / +4 Std. in der Sommerzeit; Moskau +2 Std.
Zeitzonen in Russland

Geographische Lage und Klima

Jekaterinburg liegt am Ural 1667 km östlich von Moskau und ist ca. 40 km von der imaginären Grenze zwischen Europa und Asien entfernt. Der Ural ist der wahre Schatzkammer Russlands: Hier befinden sich die größten Öl- und Gasfelder des Landes sowie zahlreiche andere Bodenschätze. Die Region lebt vom Export der Rohstoffe.

Das Kontinentalklima des Urals sorgt für einen langen, kalten und schneereichen Winter. Der Sommer ist kurz und warm. Im Winter liegt die durchschnittliche Temperatur bei minus 16° C, im Sommer – bei plus 18° C.

Anreise und Verkehrsmittel

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Jekaterinburg verfügt über einen internationalen Flughafen Koltsowo (SVX). Es gibt Direktflüge von Frankfurt, München, Paris, Prag und Moskau.
Meistens werden Flüge mit Zwischenlandung in Moskau angeboten. Diese sind auch deutlich günstiger.
Flüge von Frankfurt nach Jekaterinburg über Moskau gibt es schon ab ca. 460 Euro. Der Preis für einen Direktflug liegt bei ca. 1.800 Euro. Bei einem Direktflug beträgt die Flugzeit von Frankfurt nach Jekaterinburg 4 Stunden 40 Minuten. Von Moskau nach Jekaterinburg fliegt man ca. 2 Stunden 40 Minuten.

Jekaterinburg liegt an der Transsibirischen Eisenbahn. Mit dem Zug ist man von Moskau mindestens 25 Stunden unterwegs.
Es ist auch möglich, Jekaterinburg von Deutschland mit dem Zug zu erreichen. Eine Fahrt von Berlin über Warschau und Moskau dauert ca. 60 Stunden. Der Hauptbahnhof von Jekaterinburg wird immer noch oft „Swerdlowsk Pass“ bezeichnet.

1924 wurde Jekaterinburg zu Ehren eines wichtigen sowjetischen Staatsmanns Jakow Swerdlow (1885-1919) in Swerdlowsk umbenannt. Trotzdem die Stadt seit 1991 wieder Jekaterinburg heißt, trägt die Region immer noch den sowjetischen Namen Swerdlowsk.

Öffentlicher Nahverkehr

Das öffentliche Verkehrsnetz ist in Jekaterinburg gut ausgebaut. Eine Fahrkarte kostet 5 Rubel. Da die meisten Russen öffentliche Verkehrsmittel benutzen sind diese immer überfüllt.
Neben Bussen, Trolleybussen und Straßenbahnlinien gibt es in Jekaterinburg auch eine U-Bahn.
Angenehmer fährt man mit einem der Linientaxen. Diese Minibusse können sieben bis zehn Passagieren transportieren und verbinden das Stadtzentrum mit den Wohnvierteln. Je nach Betreiber kostet eine Fahrkarte ca. 8 Rubel.
Wechselkurs Rubel-Euro

Jekaterinburg: Sehenswürdigkeiten

Jekaterinburg ist eines der wichtigsten Touristenzentren Russlands. Neben Kathedralen und historischen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zählen der Ort der Ermordung der Zarenfamilie Romanow und die Grenze zwischen Europa und Asien zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Jekaterinburg und Umgebung.

Der zentrale Platz Jekaterinburgs ist „Ploschad 1905 goda“ (Platz des Jahres 1905) mit dem Ratshaus.
Viele Sehenswürdigkeiten liegen an der Hauptstraße der Metropole Lenin Prospekt, östlich des Platzes 1905.

Historischer Park mit dem Damm Plotinka

Der Historische Park liegt im Zentrum von Jekaterinburg am Fluss Isset. Hier liegt Plotinka (russ.: Плотинка). An dieser Stelle wurde 1723 ein Damm errichtet, der eine Schlüsselrolle in der Weiterentwicklung der Stadt spielte.

Weitere Sehenswürdigkeiten am Lenin Prospekt:

  • Bergkanzlei (1739) – die heutige Konzerthalle
  • Wasserturm
  • Denkmal der Stadtgründer Tatischew und de Gennin
  • Kapelle der St. Katharina, der Schutzpatronin von Jekaterinburg. Das war das erste Steingebäude der Stadt
  • der Sitz der Gewerkschaft
  • das Gebäude des ersten Theaters der Stadt (heute KinoMax)
  • das Opernhaus
  • Museum für Geschichte der Steinmetz- und Juwelierkunst

Sehenswürdigkeiten an Wosnesenskaja Gorka
(russ.: Вознезенская горка)

Auf-dem-Blut-Kathedrale (russ.: Храм на Крови)

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Die Kathedrale wurde anstelle des Ipatjew Hauses gebaut. Hier erschossen die Bolschewiken in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1918 den letzten Zar Russlands Nikolai II. Romanow, seine Frau Alexandra, seine vier Töchter und seinen Sohn Alexis. 1977 wurde das Ipatjew-Hause von den Kommunisten zerstört, weil man befürchtete, dass es zu einem Wallfahrtsort wird. 85 Jahre nach der Tragödie, im Juli 1998, wurden die sterblichen Überreste der Zarenfamilie nach St. Peterburg überführt und dort in der Peter-und-Paul-Kathedrale feierlich beigesetzt. Gleichzeitig wurde in Jekaterinburg die Auf-dem-Blut-Kathedrale eröffnet.

Die Himmelfahrts-Kathedrale

1770 wurde hier eine kleine Holzkirche gebaut.
1789 entschied man stattdessen eine zweistöckige Kathedrale aus Stein zu errichten.
1818 wurde die neue Kathedrale fertig gestellt.
1926 schloss man die Kathedrale und machte daraus eine Schule.
Seit Februar 1991 finden hier wieder Gottesdienste statt.

Palast der Rastorgujew-Kharitonow

Das Haus aus dem frühen 19. Jahrhundert mit der Parkanlage gehörte einer reichen Familie der Kaufleute und zählt zu den schönsten Gebäuden Jekaterinburgs.

Auch viele andere Villen der russischen adeligen aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie einige Kirchen und Kathedralen sind in Jekaterinburg erhalten geblieben.

Das Stadtbild wird außerdem von zahlreichen Bauten des 20. Jahrhunderts geprägt. Dazu zählen die Universität, der Zirkus, das Opernhaus und viele andere.

Grenze zwischen Europa und Asien

40 km von Jekaterinburg entfernt ist die symbolische Grenze zwischen Europa und Asien.
Die Stelle wird von einem 4 Meter hohen Metallpfeil markiert. Das Fundament besteht aus zwei Steinen, die aus den äußersten Punkten Europas bzw. Asiens gebracht wurden: Kap Rock und Kap Dezhnew. Eröffnet wurde der Pfeil am 281. Geburtstag von Jekaterinburg im Jahr 2004.
Bis zum Jahr 2010 soll hier ein Komplex mit Museen, Hotels und Restaurants entstehen.

Jekaterinburg: Geschichte

Die Geschichte von Jekaterinburg begann im frühen 18. Jh. Auf Befehl des Zaren Peter des Großen fing man im Frühjahr 1723 an, am Fluss Isset (russ.: Исеть) das damals größte Hüttenwerk Russlands zu bauen. Parallel entstanden massive Festungsanlagen, um das wichtige Bauprojekt und die dazugehörige Siedlung zu schützen.

Da Peter dem Großen viel daran lag, Russland den Europäischen Standards anzupassen, wurde die neue Stadt mit der Festung nach den letzten Erkenntnissen des Militärbaus aus dem Abendland angelegt. Nach der Fertigstellung war das Hüttenwerk der weltweit modernste Betrieb der Metallindustrie.

Seinen Namen erhielt Jekaterinburg zu Ehren der Zarin Katharina I. (1684 – 1727) und der heiligen Katharina, der Schutzpatronin der Bergarbeiter. (Der Name Katharina wird auf Russisch als Jekaterina ausgesprochen (russ.: Екатерина))

1725 wurde in Jekaterinburg eine Münzwerkstatt eröffnet, die eineinhalb Jahrhunderte lang das Russische Reich mit Kupfermünzen versorgte.
1726 folgte eine Granit-Werkstatt, die Edelsteine aus dem Uralgebirge zu Schmuckstücken verarbeitete und diese nicht nur nach St. Petersburg, sondern auch in viele Europäische Hauptstädte schickte.

1781 wurde Jekaterinburg Hauptstadt der anliegenden Region, musste aber diesen Status von 1796 bis 1919 an Perm (russ.: Пермь) abgeben.

Anfang des 19. Jahrhundert wurden im Ural riesige Goldvorkommen entdeckt. Man fand auch Smaragd, Saphir, Aquamarin, Diamanten sowie andere Edel- und Halbedelmetalle. So wurde Jekaterinburg zu einem der wichtigsten Zentren der Edelmetallverarbeitung der Welt.

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Der Eisenbahn-Boom des 19. Jahrhunderts spielte in der Weiterentwicklung von Jekaterinburg eine wichtige Rolle. Durch die Stadt wurden Einsenbahnlinien verlegt, die von Perm zu der Industriestadt Nizhny Tagil führten. Über die Handelsstadt Tscheljabinsk erhielt Jekaterinburg Anschluss an die
Transsibirische Eisenbahn. Dies machte Jekaterinburg zu einem wichtigen Verkehrsknoten des Urals.

Weltbekannt wurde Jekaterinburg durch ein tragisches Ereignis: In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1918 erschossen die Bolschewiken hier den letzten russischen Zaren Nikolaus II. und seine gesamte Familie. Im Juli 1998 wurden die sterblichen Überreste der Zarenfamilie von Jekaterinburg nach St. Peterburg überführt und dort in Gegenwart des damaligen Präsidenten Boris Jelzin in der Peter-und-Paul-Kathedrale feierlich beigesetzt.

1924 wurde Jekaterinburg zu Ehren eines wichtigen sowjetischen Staatsmanns Jakow Swerdlow (1885-1919) in Swerdlowsk umbenannt. Trotzdem die Stadt seit 1991 wieder Jekaterinburg heißt, trägt die Region immer noch den sowjetischen Namen Swerdlowsk.

Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) spielte Jekaterinburg in Russland eine Schlüsselrolle. Da die Stadt von der Front weit entfernt war, wurden viele wichtige Industriebetriebe hierher evakuiert. In der Stadt stellte man Waffen her und verpflegte die Verwundeten. Auch Schätze der St. Petersburger Eremitage wurden in Jekaterinburg in Sicherheit gebracht.

In den 60er Jahren ist Jekaterinburg schnell gewachsen und erreichte 1967 eine Million Einwohner. Derzeit wohnen in Metropole am Ural über 1,5 Millionen Menschen.

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