Taufe Russlands

28. Juli - Tag der Taufe Russlands

Die Taufe von Kiewer Rus (Freske von W. Wasnetsow aus der Wladimir Kathedrale in Kiew, Ende der 1890er)

Im Jahr 988 ließ sich Großfürst Wladimir I. der Heilige in Konstantinopel taufen und führte in Russland das Christentum ein. Der 28. Juli gilt offiziell als der Tag, an dem Russland getauft und damit christianisiert wurde.
2010 bekam der Tag der Taufe Russlands den Status eines Gedenktages. (Im Gegensatz zu Nationalfeiertagen sind Gedenktage in Russland nicht arbeitsfrei.)
Die Einführung des orthodoxen Glaubens und das damit verbundene Bündnis mit Konstantinopel war eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte Russlands. Es prägte die Politik, Kunst, Kultur und das soziale Leben in Russland.

Laut verschiedenen Umfragen bekennen sich ca. zwei Drittel der Bevölkerung des heutigen Russlands zum orthodoxen Glauben. Die Menschen lassen sich wieder taufen und heiraten in der Kirche. Allerdings gehen nur wenige regelmäßig in die Kirche, lesen die Bibel oder üben die Religion aktiv aus.

Die Christianisierung der Gebiete des heutigen Russlands begann schon im 9. Jahrhundert. Als erster ließ sich Fürst Askold im Jahr 860 vom byzantinischen Patriarchen taufen. Askold war Herrscher des ostslawischen Reiches mit Zentrum in Kiew, das 882 von dem Nowgoroder Fürsten Oleg erobert wurde. Das Christentum breitete sich im damaligen Kiewer Rus allerdings nur langsam aus. 957 ließ sich die herrschende Fürstin Olga - die Großmutter von Wladimir I. - in Konstantinopel taufen. Olga trug viel zur Verbreitung des orthodoxen Glaubens in Russland bei und wurde später heilig gesprochen.

Die Taufe des Heiligen Fürsten Wladimir (Freske von W. Wasnetsow aus der Wladimir Kathedrale in Kiew, Ende der 1890er)

Gemäß altrussischen Chroniken soll Großfürst Wladimir I. verschiedene Religionen getestet haben, bevor er sich für die Orthodoxie entschied. Islam, Hinduismus und Katholizismus lehnte er aus verschiedenen Gründen ab. Schließlich bekehrte sich Wladimir zum orthodoxen Glauben. Doch diese Entscheidung hatte wohl vor allem politische Gründe. Um seine Machtstellung zu sichern, wollte der russische Fürst die Schwester des byzantinischen Kaisers heiraten und drohte mit einem militärischen Angriff auf Konstantinopel. Der Kaiser stimmte unter der Bedingung zu, dass sich der "barbarische" Fürst taufen ließe. Wladimir nahm den orthodoxen Glauben an und heiratete die byzantinische Prinzessin Anna. Anderen Quellen zufolge hatte Wladimir zu dem Zeitpunkt bereits die Orthodoxie als Religion für sich und sein Land ausgesucht. Der Bund mit dem kaiserlichen Haus festigte die politische Stellung des damaligen Russlands. Auch wirtschaftlich profitierte Kiewer Rus von dem florierenden Handel mit Byzanz.
Zuerst wurden die Metropoliten (Erzbischöfe) von Konstantinopel eingesetzt. Sie residierten in Kiew und später in der Stadt Wladimir. Überall im Land wurden Kirchen gebaut. Dies führte dazu, dass zahlreiche Maler aus Konstantinopol nach Russland zogen. Es entwickelte sich eine weltweit berühmte Ikonenschule.
Im Laufe des 14. Jahrhunderts entwickelte sich Moskau immer mehr zum Machtzentrums Russlands. Im Jahr 1328 zog Metropolit Pjotr von Wladimir nach Moskau. In der Mariä-Entschlafens-Kathedrale - dem ersten steinernen Gotteshaus Russlands - wurde er zum Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche gekürt. 1448 kam es zur Trennung der Russisch-Orthodoxen Kirche von Konstantinopel. Grund der Trennung: die Moskauer Bischofssynode setzte den Metropoliten ohne die Zustimmung von Konstantinopel ein.
Mitte des 15. Jahrhunderts musste der Kaiser von Byzanz von den Türken fliehen. Der Moskauer Großfürst Iwan III. heiratete die Nichte des letzten byzantinischen Kaisers. Durch diese Heirat festigte er nicht nur die Machtstellung Moskaus, sondern machte Russland zum letzten Zentrum des orthodoxen Glaubens. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 galt Moskau als "drittes Rom".
Erst im Jahr 1589 wurde der autonome Status des Moskauer Patriarchats von Konstantinopel anerkannt. Der erste offiziell anerkannte Patriarch von Moskau und ganz Russland war Iowa.

Christ-Erlöserkathedrale (russisch: Храм Христа Спасителя) in Moskau

Nach der Oktoberrevolution 1917 durfte die Religion in Russland nicht frei ausgeübt werden. Viele Kirchen wurden zerstört, zu Lagerhäusern umfunktioniert oder dem Verfall überlassen.
Seit 1990 herrscht in Russland wieder Religionsfreiheit. Staatsoberhäupter besuchen feierliche Messen an großen religiösen Festen wie Ostern und Weihnachten. Auch die russische Bevölkerung ist dabei, die Kirche und Religion für sich zu entdecken. Überall in Russland werden Kathedralen, Kirchen und Klöster renoviert oder neu errichtet. Das wichtigste Zeichen für die steigende Bedeutung der orthodoxen Kirche in Russland war der Wiederaufbau der Christ-Erlöserkathedrale (russisch: Храм Христа Спасителя) in Moskau. 1931 ließ Stalin die Kathedrale abreissen, um hier ein Schwimmbad zu bauen. Zwischen 1990 und 1999 wurde die Kathedrale originalgetreu wieder aufgebaut und im August 2000 offiziell vom Patriarchen geweiht. Die Christ-Erlöserkathedrale ist die größte Kirche Russlands. Hier hält der Patriarch auch die wichtigsten Messen.

Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche ist der Patriarch von Moskau und ganz Russland. Am 27. Januar 2009 wurde Kirill zum Patriarchen von Moskau und ganz Russland ernannt.
Hauptsitz des Patriarchen: Danilow-Kloster (russisch: Данилов монастырь) in Moskau
Liturgiesprache: Altkirchenslavisch (russisch: церковнославянский)

Die wichtigsten Feste der russisch-orthodoxen Kirche sind:
Ostern - Hauptfest
Pfingsten (Troitza, die Dreifaltigkeit) - Ende Mai/ Juni
Weihnachten - 7. Januar

RusslandJournal.de folgen
Schöne Grüße zu jedem Anlass!
Blumen nach Russland schicken!
Ob nach Russland oder in ein anderes Land der Welt: Ihre Blumengrüße werden schnell und zuverlässig zum Adressaten gebracht. In Russland gibt es viele Blumengeschäfte, die frische Blumensträuße nicht nur in Moskau und St. Petersburg, sondern in anderen Städten ausliefern. Einfach am Ende des Bestellprozesses Russland als Ziel wählen und die gewünschte Adresse angeben. LIEFERUNG AM SELBEN TAG MÖGLICH.
jetzt Blumengrüße nach Russland senden
RUSSLAND VISUM online beantragen
Russland Visum oder Einladung für Russland Visa
Visa für Russland bequem online bestellen. Unser Partner erledigt alle Formalitäten und schickt Ihnen das Visum zu. Oder eine Einladung bestellen und Russland Visum selbst im Konsulat beantragen. Die Einladung bekommen Sie am selben Tag per Email. Rabatt-Code: russlandjournal
jetzt beantragen und 30% Rabatt auf Russland Visum oder 10% Rabatt auf Einladungen sichern
Für eine Russland Reise ist ein Visum erforderlich. Es gibt verschiedene Visa-Arten.
ausführliche Infos über Russland Visa
Um ein Russland-Visum zu beantragen, braucht man eine Reisekrankenversicherung
Reisekrankenversicherungen, die von der russischen Botschaft akzeptiert werden
RusslandJournal.de Videos
Russisch lernen mit RusslandJournal.de
Alles über den Podcast
Die Lektionen aus diesem Russisch Kurs können Sie zuhause am PC anhören oder auf einen MP3-Player laden und unterwegs Russisch lernen.
Aktuelle Podcast Folge:

Flash Audio Player wird geladen...

PDF-Buch zum Podcast
PDF-Buch zum Podcast
  • Alle Texte der ersten 100 Lektionen
  • Querverweise auf andere Lektionen innerhalb des PDF-Dokuments
  • Wortverzeichnis DE-RU / RU-DE
  • Ausdrucken: komplett oder Lektionsweise
  • Alle Infos zum PDF-Buch