Medizinische Hinweise für Russland-Reisen

Krankenwagen in Russland im Einsatz

Krankenwagen in Russland im Einsatz

Für eine Reise nach Russland ist eine Auslandskrankenversicherung erforderlich. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt in Russland nicht. Ohne einer in Russland gültigen Reisekrankenversicherung bekommt man kein Visum. Beim Abschluss einer Reisekrankenversicherung für Russland ist es wichtig darauf zu achten, dass diese von russischen Botschaften und Konsulaten anerkannt wird.

Auch wer ohne Visum nach Russland reist, muss eine Police für die komplette Reisedauer haben. Wer beim Grenzübergang auf Aufforderung keinen Versicherungsschein vorzeigen kann, wird zurückgewiesen oder bestraft. Es wird empfohlen, den Versicherungsschein während des gesamten Aufenthaltes in Russland mitzuführen.

Die Notfallversorgung ist in Russland per Gesetz für alle kostenlos und muss sofort geleistet werden. Das gilt auch für Touristen aus dem Ausland. Ein Not- bzw. Unfall muss unverzüglich bei der Auslandskrankenversicherung gemeldet werden.

Notrufnummern
Allgemeine Hinweise für Russlandreise
Impfungen bei einer Reise nach Russland
HIV / AIDS in Russland
Zecken: fast ganz Russland gilt als Risikogebiet
Vogelgrippe in Russland

Notrufnummern

Die Haupt-Rufnummer für den Notarzt in Russland lautet 103. Diese Nummer kann man sowohl vom Handy als auch vom Festnetztelefon anrufen.

Der Euronotruf 112 gilt auch in Russland. Diese Nummer kann von Handys bzw. Smartphones auch ohne SIM-Karte, bei blockierter SIM-Karte sowie bei aufgebrauchtem Guthaben angerufen werden. Bei der 112 kann man auf Russisch oder Englisch kommunizieren. Beim Notruf muss man sagen, dass es sich um eine medizinische Hilfe (Russisch: медицинская помощь [miditsýnskaja pómaschtsch]) handelt und den Ort, an dem man sich befindet, nennen.

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Manche deutsche Krankenversicherungen bieten ihren Kunden einen Ausland-Notrufservice an, egal ob man eine Auslandskrankenversicherung hat oder nicht. Dieser Service sieht auch die Vermittlung zwischen Arzt und Patient bei Sprachbarrieren vor und gibt Auskunft über Ärzte und Kliniken in Russland. Es ist also sinnvoll, sich bei der eigenen Krankenversicherung dazu zu informieren.

Anbieter von Reise-Krankenversicherungen haben auch eigene Notruf-Services und erstatten die Telefonkosten für Notrufe bis zu einem gewissen Betrag zurück.

Allgemeine Hinweise für eine Russlandreise

Bei Kontakten mit russischen Ärzten sind meistens gute russische Sprachkenntnisse erforderlich.
Podcast-Lektion 95: Über Krankheiten sprechen und eine gute Besserung wünschen

In Moskau gibt es eine Praxis der Regionalarztdienststelle der Deutschen Botschaft:
Adresse: Mosfilmowskaja Straße 56, Haus 3, Erdgeschoss
Telefon: +7 499 783 4269
Weitere Infos und Öffnungszeiten

Es ist ratsam, eine Reiseapotheke mitzunehmen. Die meisten Medikamente sind aber in zahlreichen Apotheken in Russland ohne Rezept erhältlich. Wer spezielle Medikamente nach Russland mitnehmen muss, sollte die Zollbestimmungen beachten.

Viele Menschen in Russland vertrauen der Wasserqualität nicht und trinken gefiltertes Leitungswasser. Man kann es auch abkochen oder Flaschenwasser verwenden (besonders bei einer Reise ins Landesinnere).

Billige Imbissbuden in Russland sollte man meiden und grundsätzlich nur gekochtes bzw. gut durchgebratenes Fleisch oder Fisch essen.

Heuschnupfen-Allergiker sollten sich über Pollenflug in Russland informieren. In Zentralrussland beginnt der Pollenflug Ende April und dauert bis Anfang September.

Impfungen bei einer Reise nach Russland

Bei einer Russlandreise sind keine zusätzlichen Impfungen nötig. Es empfiehlt sich jedoch, den Status der Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A zu überprüfen.

Für alle Naturliebhaber und Sibirienreisende ist eine Impfung gegen Tollwut und Meningoenzephalitis (FSME-Zeckenübertragung) sinnvoll. Dies gilt vor allem wenn man vorhat, im Freien zu übernachten.

Eine saisonale Grippeimpfung wird vor allem für Kinder und Personen ab 60 Jahre empfohlen. Russische Staatsbürger können sich kostenlos gegen die Grippe impfen lassen. In Moskau gibt es im September / Oktober sogar mobile Grippe-Impfstationen bei stark frequentierten Metro-Stationen und Bahnhöfen.
Informationen zu Impfungen bei Russlandreisen beim Reisemedizinischen Infoservice Fit for travel

HIV / AIDS in Russland

Die Situation mit sexuell übertragbaren Krankheiten (inkl. HIV/AIDS) bleibt in Russland angespannt. Die Anzahl der Neuerkrankungen unter den jungen Leuten geht dank intensiver Aufklärungsarbeit zurück. Doch die Anzahl der HIV/AIDS-Infizierten bei 30- bis 50-Jährigen bleibt relativ hoch.

Man sollte spontane Sexualkontakte meiden und generell Kondome verwenden.

Ausländer, die sich dauerhaft in Russland aufhalten und ein Arbeits- oder Studienvisum beantragen, müssen einen negativen HIV-Test vorlegen.

Zecken: fast ganz Russland gilt als Risikogebiet

Park

Vorsicht bei Ausflügen ins Grüne: Zecken kann es in Russland auch in Stadtparks geben

In den letzten Jahren haben sich die Zecken in Russland extrem verbreitet. Zeckenbisse werden fast in allen Regionen der Russischen Föderation registriert. Vor allem bei Reisen nach Sibirien ist Vorsicht geboten. Doch auch in Zentralrussland lauern Zecken nicht nur am Waldrand, sondern auch in Parks und Grünanlagen der Städte. Bei Reisen nach Moskau ist das Risiko eher niedrig. Wer nach Kaliningrad, St. Petersburg oder Jekaterinburg reist, sollte besser aufpassen.

In einigen Städten wie, zum Beispiel, in Jekaterinburg werden Grünanlagen vorsichtshalber mit speziellen Chemikalien behandelt. Laut offiziellen Schätzungen leben in Russland ca. 3,5 Milliarden Zecken. Deswegen ist es wichtig, bei allen Ausflügen ins Grüne (auch bei Aufenthalten auf einer Datscha!) sich vor Zecken zu schützen.

Die Zeckengefahr besteht in Russland generell von Mai bis August und kann in manchen Regionen sogar bis Oktober / November dauern.
Den besten Zeckenschutz bietet geschlossene Kleidung und Kopfbedeckung. Die Zecken lauern vor allem im Gras und Gebüsch. Nach einem Picknick am Flussufer oder im Stadtpark, sollte man sich auf jeden Fall auf Zecken absuchen.

Die Zecken in Russland können die FSME, Borreliose sowie andere Krankheiten übertragen. Die FSME gilt als die gefährlichste von Zecken übertragene Krankheit. Experten schätzen allerdings, dass in Russland nur jede hundertste Zecke die FSME-Virus in sich trägt. Mit der Borreliose ist dagegen jede fünfte Zecke infiziert.

Virus: Die FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis)
Das FSME-Virus kann das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen und zu schweren Lähmungen, Gehirnstörungen und sogar zum Tod führen. Knapp die Hälfte der FSME-Infizierungen werden in der Russischen Föderation in Sibirien registriert. Zu den besonders gefährlichen Regionen zählen die Landkreise Krasnoyarsk, Tomsk, Barnaul und Perm. Laut der Information des Auswärtigen Amts schützt der in Deutschland erhältliche FSME- Impfstoff auch vor der in der Russischen Föderation endemischen Virusvariante.

Infektion: Die Lyme-Borreliose
Die Borreliose erkennt man an kreisförmigen Hautrötungen, die sich von der Einstichstelle ausbreiten. Die Borrelliose wird mit Antibiotika behandelt.

Vogelgrippe in Russland

Auch in Russland ist die klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der aviären Influenza, Vogelgrippe H5N1) aufgetreten. Es ist wichtig, folgende Regeln zu beachten:

  • direkte Kontakte mit Vögeln (auch einzelnen Federn) sowie mit anderen lebenden oder toten Tieren meiden;
  • Eier, Geflügelfleisch und andere Geflügelprodukte vor dem Verzehr kochen oder gut durchbraten (das Virus wird bei Erhitzen auf 70 °C im Inneren des Produkts abgetötet);
  • Rohes und gekochtes Fleisch separat aufbewahren;
  • Es ist verboten, Vögel, Geflügelprodukte und Eier in die Europäische Union einzuführen.

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“Medizinische Hinweise für Russland-Reisen”

    • Anastassia

      Вера, можно просто скопировать ссылку и вставить её в поле для публикации в соц. сетях.

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