Das einzigartige Museumsstädtchen Susdal (russ.: Суздаль) liegt 220 km nordöstlich von Moskau in einer typischen zentralrussischen Landschaft. Mit über 100 historischen Bauten ist Susdal die wohl besterhaltene altrussische Stadt und steht komplett unter Denkmalschutz.
Bereits im 10. Jahrhundert erhielt die Siedlung einen Stadtstatus und wurde namentlich zum ersten Mal 1024 in den Chroniken erwähnt. Im Mittelalter war Susdal Hauptstadt verschiedener Fürstentümer. Nachdem die Stadt im 15. Jahrhundert endgültig zum Moskauer Großfürstentum überging, verlor sie ihre politische Bedeutung und wurde zu einem der größten religiösen Zentren Russlands. Seit dem 16. Jahrhundert wurden in Susdal intensiv verschiedene Gotteshäuser erbaut. Unter anderem befanden sich hier die zwei größten Klöster Russlands - Erlöser-Euthymios Herrenkloster und Pokrowski Frauenkloster. Beide Klöster sind noch gut erhalten und wurden zu Museen umfunktioniert.
Die Mauern des altertümlichen Kremls überragen die fünf blauen Kuppeln der Mariä-Geburts-Kathedrale. Erstmals 1222-25 errichtet, wurde die Kathedrale mehrmals auf- und umgebaut. Sehenswert im Kreml sind auch die Erzbischöfliche Gemächer (15-18 Jh.), ein Glockenturm und fünf Kirchen.
Auf einem Spaziergang durch die Stadt kann man viele Häuser aus dem 18.-19. Jahrhundert bewundern. Manche sind mit aufwendiger Holz- oder Steinschnitzerei verziert.
1950-80 wurde in Susdal gründlich renoviert. Außerdem wurden ein paar Holzkirchen aus der Region hierher transportiert und im Museum für Holzarchitektur ausgestellt.
Ein Geheimtipp ist die Boris-und-Gleb-Kirche im kleinen Dorf Kidesch, 4 km von Susdal entfernt. Diese 1152 erbaute Kirche war die erste weiße Kirche im Nordosten Russlands.
Seit 1992 stehen die Mariä-Geburts-Kathedrale, das Erlöser-Euthymios-Kloster und das Kloster zu Mariä Schutz und Fürbitte in Susdal auf der UNESCO Liste des Weltkulturerbes.
Ausführliche Informationen über das UNESCO Welterbe in Russland
Wer während der russischen Fastnachtswoche Maslenitsa (Ende Februar - Anfang März) Susdal besucht, hat das Glück traditionelle Gänsekämpfe zu erleben. Doch Besucher, die eine blutige Show erwarten, werden enttäuscht. Der Kampf hat eigene komplizierte Regeln und wird durch erfahrene Gänsezüchter streng beobachtet. Organisiert werden die Kämpfe auf dem Gelände des Museums für Holzarchitektur.
Anfahrt von Moskau:
Mit dem Zug vom Kurski Bahnhof mit dem Schnellzug bis
Wladimir. Fahrtdauer - ca. 2 Stunden. Dann mit dem Bus. Alternativ mit dem Regionalzug. Fahrtdauer - ca. 3,5 Stunden.
(Der Kurski Bahnhof liegt an der Metro-Station "Kurskaja" (russ.: Курская)
Mit dem Auto über die Autotrasse M7 (über Wladimir). Fahrtdauer ca. 3 Stunden.
Telefon Vorwahl: (09231)



