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12. Juni - Tag Russlands (oder Tag der Russischen Nation)

(russisch: День России)

Am 12. Juni feiert Russland einen seiner jüngsten Nationalfeiertage - den Tag Russlands (oder Tag der Russischen Nation). Davor hieß der Feiertag Tag der Unabhängigkeit. Theoretisch ist es der wichtigste Nationalfeiertag in Russland. Doch die Russen wissen immer noch nicht so richtig wie sie ihn feiern sollen. Die meisten freuen sich einfach auf einen zusätzlichen arbeitsfreien Tag. Der nächste Feiertag in Russland kommt nämlich erst am 4. November.
In den Städten wird der Tag Russlands ganz unterschiedlich gefeiert. Vielerorts finden Massenveranstaltungen statt und am Abend gibt es ein Feuerwerk.

Traditionell hält der Präsident der Russischen Föderation eine Rede und gratuliert den Bürgern zum Tag Russlands. Außerdem verleiht der russische Präsident am 12. Juni die höchste Auszeichnung in Russland - die Staatsprämie der Russischen Föderation. Sie wird für herausragende Leistungen in den Bereichen Wissenschaft und Technologien, Literatur, Kunst und humanitäre Dienste verliehen. Die feierliche Zeremonie findet im Kreml im Großen Kremlpalast statt. Unter den Preisträgern 2009 war Kosmonautin Walentina Tereschkowa - die erste Frau im All.

Die Nationalflagge der Russischen Föderation auf dem Fernsehturm in Moskau

Am 12. Juni 2009 gab es in Moskau ein besonderes Ereignis. Auf dem Fernsehturm "Ostankinskaja" (russisch: Останкинская телебашня) wurde die russische Nationalflagge gehisst. Bis 1992 wehte hier die rote kommunistische Flagge. Die 17 Jahre später gehisste Flagge in den Nationalfarben der Russischen Föderation soll die neue Einigkeit und Stolz Russlands symbolisieren.
Der 1967 gebaute Ostankinskaja Fernsehturm im Norden von Moskau ist 540 Meter hoch, hat 45 Stockwerke und eine Aussichtsplattform (auf 337 Meter Höhe). Der Fernsehturm wird nach dem Brand 2000 nach und nach renoviert. Die Bauarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Die Aussichtsplattform wurde im April 2009 wieder eröffnet. Vorerst können aber nur organisierte Gruppen (max. 30 Personen, Voranmeldung mind. 5 Tage im Voraus) von hier aus den Blick auf Moskau genießen.

Die im Mai 2008 durchgeführte Umfrage des Levada Zentrums ergab, dass nur 37% der Russen wissen, dass der Feiertag am 12. Juni "Tag Russlands" heißt. Das sind immerhin 16% mehr als im Jahr davor. 40% der Menschen in Russland glauben einen "Tag der Unabhängigkeit Russlands" zu feiern. 61% der Befragten finden, dass die Unabhängigkeit sich positiv auf die Entwicklung von Russland ausgewirkt hat.

Das Russische Zentrum für Meinungsforschung (WZIOM) führte anlässlich des Feiertages "Tag Russlands" 2008 eine Umfrage über die Bekanntheit der russischen Staatssymbole durch. Das bekannteste Staatsymbol in Russland ist der Staatswappen. 85% der Russen konnten den Staatswappen genau beschreiben. Nicht so gut sah es bei der Staatsflagge aus. Nur 59% der Befragten konnten die Farben der Staatsflagge in der richtigen Reihenfolge (weiß, blau, rot) benennen. Jeder Dritter (32%) kannte zwar die Farben, aber nicht deren Anordnung. Und nur 40% der Russen erinnerten sich an die ersten Zeilen der russischen Nationalhymne.

Am 12. Juni 1990 verabschiedete der erste Kongress der Abgeordneten der Russischen Föderation die Deklaration über die Unabhängigkeit Russlands. Genau ein Jahr später fanden die ersten Präsidentenwahlen in Russland statt. Präsident Boris Jelzin nahm diese zwei Ereignisse zum Anlass und erklärte 1994 den 12. Juni zum Tag der Unabhängigkeit. Dabei wurde außer Acht gelassen, dass Russland nie von einem anderen Staat abhängig war. Die Russen verstanden den Sinn des neuen Nationalfeiertages nicht, freuten sich aber über einen zusätzlichen freien Tag.

Im Februar 2002 wurde die Staatsfeier in Tag Russlands (oder Tag der Russischen Nation) umbenannt. Die volle Bezeichnung lautet: Tag der Ratifizierung der Deklaration über die Unabhängigkeit Russlands.

2002 wurde der Tag Russlands zum ersten Mal mit einer Parade auf der Twerskaja Straße in Moskau öffentlich gefeiert. Seit 2003 finden die Feierlichkeiten auf dem Roten Platz statt.

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